Karma: Der Mechanismus ► Kontakt mit Karma - Tattvarthasutra, Kapitel 6 ► Tattvarthasutra 6.09

Verfasst: 11.03.2014

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Nirvartana niksepa samyoga nisarga dvichaturdvi tribhedah param (9)

Handlungen, die ihren Ursprung außerhalb eines Lebewesens haben, beeinflussen die karmischen Auswirkungen auf den Handelnden (den jiva) durch

  • die Art des Hervorbringens (Erschaffens) von Handlungen, Gegenständen, Gedanken, etc.
  • die Art des Vermischens (Kombinierens) von Gegenständen oder von Handlungskomponenten und
  • die Art des In-Bewegung-Setzens (Antreibens einer Handlung). (9)


 

Die folgenden zwei Arten des Hervorbringens (Erschaffens) beeinflussen den Kontakt mit Karma:

  • das Hervorbringen von Handlungen, Ideen, Gedanken, Lauten etc. (d.h. etwas Nicht-Materiellem) durch Körper, Sprache, Geist oder Atmung,
  • das willentliche Erschaffen von primär materiellen Gegenständen (z.B. Büchern, Bildern, Statuen etc.)[17].

Die folgenden vier Arten, Gegenstände zu platzieren, beeinflussen den Kontakt mit Karma:

  • das Platzieren ohne acht zu geben, wohin der Gegenstand gesetzt wird (dies ist eine Manifestation von Unachtsamkeit, Nichtwertschätzung oder Gleichgültigkeit),
  • das Platzieren ohne den Ort, an dem ein Gegenstand abgesetzt werden soll, zuvor zu säubern (sodaß kleine Lebewesen durch das Absetzen verletzt oder getötet werden könnten)
  • das Absetzen von Gegenständen in Eile,
  • das Absetzen von Gegenständen an einem Ort, an den sie nicht gehören, wenn genügend Zeit vorhanden ist, sie an ihren korrekten Ort zu bringen.

Die folgenden zwei Arten des Vermischens oder Kombinierens beeinflussen den Kontakt mit Karma:

  • das Vermischen oder Kombinieren zweier oder mehrerer Substanzen (z.B. bestimmter Nahrungsbestandteile etc.)
  • das Kombinieren zweier oder mehrerer Komponenten zur Ausführung einer Handlung oder zum Erreichen einer Wirkung.

Ferner hat Einfluß auf den Kontakt mit Karma, ob eine Handlung über den Körper, den Geist oder die Sprache in Bewegung gesetzt wird.

Die Mechanismen und Komponenten, die in diesen ersten neun Sutren aufgeführt wurden, zeigen, auf welche Weise und in welchem Maße wir durch unsere Handlungen Karma an uns binden. Mit dieser Information können wir einen Prozeß, der zuvor unbewußt und automatisch abgelaufen ist, erkennen und beginnen, ihn bewußt zu steuern - sofern dies individuell gewünscht wird.

Hiermit endet der theoretische Teil. Die folgenden Sutren beschreiben die karmischen Wirkungen bestimmter Handlungsarten und deren Einfluß auf die Entwicklung des jiva.

Fußnoten:
[17]
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