Karma: Der Mechanismus ► Kontakt mit Karma - Tattvarthasutra, Kapitel 6 ► Tattvarthasutra 6.15

Verfasst: 19.03.2014

http://de.herenow4u.net/fileadmin/cms/Buecher/Karma_-_Der_Mechanismus/Tattvarthasutra_15.jpg

Bahvarambha parigrahatvam narakasyayusah (15)

Das Verursachen exzessiver Schmerzen und exzessives Verhaftetsein an dieser Welt führt zum Einfließen von Karma, das Verkörperungen in den niederen, 'höllischen' Regionen veranlaßt. (15)

 


Das Verursachen exzessiver Schmerzen umfaßt alle überflüssigen Schmerzen und alles unnötige Leid, das lebenden Wesen zugefügt wird. Es beinhaltet auch grausames Handeln und Töten.

Exzessives Verhaftetsein an dieser Welt äußert sich in übermäßigem Festhalten an Besitz (von Objekten, Menschen, Status, etc.). Es schließt das unmäßige Verlangen nach dem Eigentum anderer, dessen Aneignung und das bewußte Ansammeln von zu viel Besitz ein. Exzessives Verhaftetsein äußert sich in Gedanken wie "Dies alles ist mein" etc. und einem tiefen Gefühl von Widerstreben und Verlust bei der Trennung von auch nur dem geringsten Teil des als Eigentum angesehenen.

Dieses Verhalten und rachsüchtige, grausame Gedanken zum Zeitpunkt des Todes führt zu Verkörperung(en) in den niederen, 'höllischen' Bereichen. Es manifestiert sich dadurch das tiefe Verlangen des jiva nach weiterer Anhaftung an Materie und der Erfahrung grausamer, rachsüchtiger Verhaltensweisen.

Da die niederen, 'höllischen' Bereiche von Wesen mit gleichartiger Haltung bewohnt werden, kann dieses Verlangen dort befriedigt werden, ohne daß dadurch Wesen mit anderem Lebensziel gestört werden.

Sobald sich diese Haltung abschwächt, bzw. das entsprechende Karma aufgelöst ist, eröffnet sich dem derart eingebundenen jiva die Möglichkeit, diese Bereiche wieder zu verlassen.

Wesentlich ist, daß hier nicht ein (religiöses) Konzept der Hölle im Sinne von 'Bestrafung' oder 'ewiger Verdammnis' gemeint ist, sondern ein Mechanismus, der den jiva in diejenigen Lebensumstände stellt, die für seine Entwicklung, seine Wünsche und seine Möglichkeiten ideal sind. Es ist ein freiwilliger Weg, den jeder Einzelne durch sein Verhalten in der Gegenwart definiert.

Teile diese Seite auf: