Verfasst: 30.06.2016
 
Am 9. Mai 2016 verstarb Prof. Dr. habil. Klaus Bruhn, ein herausragender Kenner der jainistischen Kunstgeschichte und der jainistischen Textüberlieferungen. Am 22. Mai 1928 in Hamburg geboren, studierte er in seiner Vaterstadt Indologie. Angeregt von seinen Lehrern Walther Schubring und Ludwig Alsdorf konzentrierte er sich schon früh auf das Studium des Jainismus und legte auf diesem Gebiet sowohl seine...
Verfasst: 03.04.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§128 In der Nacht, als der Asket (...) alles Leiden überwunden hatte, da veranstalteten die neun Mallaki und die neun Licchavi, die insgesamt achtzehn Gaṇa-Fürsten aus Kāśī und aus Kośala, in der Neumondnacht – dem Datum des Posadha-Fastens – eine Zeremonie zum Geleit ans Jenseitige Ufer (des Saṃsāra): »Fort ist das Licht, das ein geistiger Zustand (bhāvoddyota) war! Stecken wir also ein...
Verfasst: 02.04.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§119 So lebte der Erhabene: abgesehen vom Aufenthalt während der Regenzeit, in den acht Monaten der heißen und der kalten Jahreszeit im Dorf jeweils eine Nacht, in der Stadt fünf Nächte; Axt und Sandelholz galten ihm als dasselbe, von gleichem Wert Gras und Edelsteine, Lehm und Gold, gleich waren ihm Leiden und Glückserfahrung, weder am Diesseits noch am Jenseits hing er, weder nach dem Leben noch nach...
Verfasst: 01.04.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§116 Dort, unter dem besonders prächtigen Aśoka-Baum, ließ er die Sänfte halten, stieg aus, legte eigenhändig Schmuck und Blütenkränze ab und vollzog eigenhändig den Ritus des Haar-Ausreißens mit fünf Griffen der geballten Faust. Nach Vollzug dessen fastete er zweieinhalb Tage, ohne zu trinken. Als der Mond mit der Konstellation Uttaraphalgunī in Konjunktion getreten war, legte er ein einziges, ein...
Verfasst: 31.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§110 Der Asket, der erhabene Mahāvīra, war klug, wußte klug zu verzichten; er war musterhaft, sanft, gut und wohldiszipliniert, der Nāya, Angehörige der Nāya, Mond der Nāya-Gemeinschaft, der Videha, Videhadatta, zu preisen als ein in Videha Geborener, Videha-Prinz, hatte er dreißig Jahre in Videha verbracht, war nun, nachdem seine Eltern in eine Götterexistenz eingetreten waren, von den...
Verfasst: 30.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§108 Der Asket, der erhabene Mahāvīra, war nach seiner Herkunft (gotra) ein Kāsava (skt. Kāśyapa). Ihn betreffend werden drei Namensverleihungen folgender Art genannt, nämlich: Als Sohn seiner Eltern war er Vaddhamāṇa (Vardhamāna) (»der Wachsende«); mit allgemeiner freudiger Zustimmung Samaṇa (Śramaṇa) (»der Asket«). Weil er unbewegt von Furcht und Schrecknissen, Mühsalen und Störungen,...
Verfasst: 29.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§104 Am ersten Tage feierten die Eltern des Asketen, des erhabenen Mahāvīra, das Geburtsfest, am dritten Tage vollzogen sie die Präsentation vor Mond und Sonne. Die Präsentation des Neugeborenen vor den Gestirnen Wenn zwei Tage nach der Geburt vergangen sind, soll der geistliche Lehrer des Hausherrn eine silberne Abbildung des Mondes auf einer Jinastatue befestigen, diese mit Hymnenstrophen verehren und...
Verfasst: 28.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§95 Die Kṣatriyāṇi Triśalā badete, vollzog die Hausopfer, führte glückbringende und Sühnung bewirkende Riten durch und schmückte sich mit aller Pracht. Durch den Genuß aller dem Zeitpunkt (ihrer Schwangerschaft) angemessenen, wohltuenden, nicht zu kalten, nicht zu heißen, nicht zu bitteren, nicht zu scharfen, nicht zu sehr zusammenziehenden, nicht zu sauren, nicht zu süßen, nicht zu weichen,...
Verfasst: 27.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§79 Diese 14 Großträume, du Göttergeliebter, sind jetzt von der Kṣatriyāṇi Triśalā geschaut worden. Großartige Träume, du Göttergeliebter, hat die Kṣatriyāṇi Triśalā geschaut! (...) Glück bewirkende Träume, du Göttergeliebter, hat die Kṣatriyāṇi Triśalā geschaut! Sie bedeuten Gewinn von Gütern, (...) Gewinn der Königsherrschaft, du Göttergeliebter! So wird die Kṣatriyāṇi...
Verfasst: 26.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§59-61 Als es hell wurde, die voll erblühten Taglotusse sich geöffnet hatten und die Sonne in flammendem Rot aufgegangen war, erhob sich Siddhārtha vom Nachtlager und ertüchtigte sich in seiner Gymnastikhalle durch geeignete Sportarten, wie Springen, Ring- und Boxkampf. Dadurch erschöpft, ließ er sich ölen, erfrischen und massieren. Danach begab er sich in seinen kostbar mit perlenbehängten...
Verfasst: 25.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§35 Dann wieder erblickte sie einen Löwen. Dessen Körper war weiß wie Haufen von Perlenketten, wie der Milchozean, (...) lieblich anzusehen mit seinen festen, schönen Vorderpfoten, mit dem durch ebene, gesunde, wohlgeformte, scharfe Zähne gezierten Maul, im Schmuck seiner schönen, in den Ausmaßen edler Lotusse prangenden Lippen. An seinem zarten, den Blütenblättern des roten Lotus gleichenden Gaumen...
Verfasst: 24.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§21 Für die Śakras, Götterfürsten und Götterkönige der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ziemt es sich, erhabene Arhats aus ärmlichen Familien in adlige oder andere derartige Familiengeschlechter von reiner Kaste übertragen zu lassen. Darum ist es auch für mich das Beste, den Asketen, den erhabenen Mahāvīra, ihn, der als letzter Tīrthaṃkara von den früheren Tīrthaṃkaras angekündigt...
Verfasst: 23.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§11-13 Als Devānandā diese Deutung der Träume gehört hatte, legte sie ihre Fingerspitzen über ihrem Haupt zum Añjali-Gruß zusammen und sprach: »So ist es, du Göttergeliebter, genauso ist es, du Göttergeliebter, es ist wahr. Ich habe dieses erwünscht, ich habe es empfangen! Wahrheitsgemäß ist die Deutung, so wie Ihr es sagt!« Mit diesen Worten nahm sie die Träume völlig an, und gemeinsam mit dem...
Verfasst: 22.03.2015
Von Prof. Dr. Adelheid Mette
§1 Verehrung den Arhats! Verehrung den Erlösten! Verehrung den gelehrten Würdenträgern! Verehrung den geistlichen Lehrern! Verehrung allen Frommen in der Welt! Diese fünfteilige Ehrerweisung ist Vernichterin alles Bösen, und von allen Glückszeichen (maṅgala) ist sie das erste. In jener Zeit, in jenem Augenblick war der Asket, der erhabene Mahāvīra von der Mondkonstellation Uttaraphalgunī betroffen -...
Verfasst: 20.03.2015
 
Zum Tode von Lothar Lutze (1927-2015) von Dr. Hans-Georg Wieck (Ehrenvorsitzender der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.) Lothar Lutze, Professor em. am Südasien-Institut Heidelberg ist am 4. März 2015 von uns gegangen – in seinem 88. Lebensjahr. Lothar Lutze war vom südasiatischen Zivilisations- und Kulturraum besessen. Er hat in allen geographischen Räumen und zeitlichen Epochen Manifestationen und...
Verfasst: 20.03.2015
 
Ein Abend mit Prosa und Gedichten anlässlich des 80. Geburtstags von Lothar Lutze Samstag, 22.09.2007, 17.00 Uhr Siddharta Hall, Max Mueller Bhavan , New Delhi In Zuammenarbeit mit dem Südasien-Institut Als bedeutender Wissenschaftler auf dem Feld der indischen Literatur stellt Prof. Dr. Lothar Lutze eine wichtige Persönlichkeit im Bereich des indisch-deutschen Kulturaustauschs dar. 2006 bekam er vom...
Verfasst: 19.03.2015
 
Prof. Dr. Lothar Lutze, Emeritus der früheren Abteilung für Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens am Südasien-Institut Heidelberg, ist in der Nacht vom 4. auf den 5. März in Berlin im Beisein seiner Familie verstorben. Professor Lutze (geboren am 7.9.1927) hat von 1965 bis 1992 am Südasien-Institut unterrichtet. Er war ein passionierter Literaturliebhaber und hat sich als Literaturwissenschaftler und...
Verfasst: 25.10.2013
 
Event Foto:, Report: Bericht in English: 19.10.2013 ►Award Ceremony ►Prakrit Jnanabharathi International Award for Prof. Christine Chojnacki and Prof. Johannes Bronkhorst
Verfasst: 17.10.2013
 
Einladung Prakrit Jñānabhārati International Award Am 19.10.2013 wird der Prakrit Jnanabharati International Award des National Institute of Prakrit Studies and Research Shravanabelgola, Indien verliehen an: Prof. Dr. Christine Chojnacki (Lyon) [2010] und Prof. em. Dr. Johannes Bronkhorst (Lausanne) [2011] Ort: Auditorium, Museum für Asiatische Kunst, Takustrasse 40, 14195 Berlin Prof. Dr. Monika Zin...
Verfasst: 12.10.2013
 
An das Präsidium der Freien Universität Berlin: Petition von Studierende der Kunstgeschichte Südasiens Offener Brief an das Präsidium der Freien Universität Berlin zur Unterstützung des Verbleibs der Kunstgeschichte Südasiens an der Freien Universität Berlin NEIN zur Streichung der Südasiatischen Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin! Mit großer Besorgnis haben wir erfahren, dass...
Verfasst: 11.05.2013
 
Österreichische Akademie der Wissenschaften Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens Piotr Balcerowicz The Beginnings of Jainism and Ājīvikism Datum: Mo., 13. Mai, 17 Uhr Ort: Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens , Seminarraum 1 Apostelgasse 23, 1030 Wien Organisation: Ernst Prets (IKGA) Thema/ Topic There is some evidence that the beginnings of Jainism could not be properly...
Verfasst: 02.02.2013
 
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Verfasst: 31.01.2013
Von Prof. Dr. Helmuth von Glasenapp
Die Tīrthaṅkaras sind die religiösen Propheten der Jainas, welche die uralte heilige Lehre verkünden und durch ihre Predigt und ihr Beispiel die Menschen, die ihnen folgen, zur Erlösung führen. Das Wort,,Tīrthaṅkara" wird gewöhnlich im Abend­lande erklärt als,,Furtbereiter, Bahnbrecher", d.h. als Bezeichnung für den, welcher durch den Ozean des Sansāra eine Furt (Tirtha), einen Weg schafft, auf...
Verfasst: 15.11.2012
Von Prof. Dr. Walther Schubring
Philologisch-historische Forschungsgebiete, die sich neu entwickeln, wenden sich nach den ersten, meist vom Zufall geleiteten Anfängen den Ursprüngen ihres Gegenstandes zu. Unter günstigen Sternen bringt die gemeinsame Arbeit Vieler die Sammlung der Quellentexte zustande und legt damit die Grundsteine, auf denen der umfassende wissenschaftliche Ausbau geschehen kann. Für den alten Buddhismus hat die Pali...
Verfasst: 26.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
9. Postskript Zum Schluß noch ein Hinweis auf die Stellung des Jainismus in der indischen Gesamtkultur. Schon die hier zur Rede stehende 'praktische' Literatur des Jainismus (Ethik im engeren Sinne, Mönchsdisziplin, Erlösungslehre) hat einen Umfang, den selbst die Spezialisten leicht unterschätzen. Dazu kommen die anderen dogmatisch-philosophischen Disziplinen (unter anderem Weltbeschreibung und...
Verfasst: 25.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
7. Erlösung Die ausschließliche Orientierung am Avashyaka-Sutra hat uns bis jetzt den Blick für den metaphysischen Rahmen des Ganzen versperrt. Es erhebt sich die Frage, worauf alles am Ende hinausläuft. Der Jainismus ist eine Erlösungsreligion. Jeder Blick in die einschlägigen Darstellungen zeigt, daß im Jainismus wie im eng verwandten alten Buddhismus das ganze dogmatische System an die Vorstellung von...
Verfasst: 23.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
5. Avashyaka V: Kayotsarga Der 'Kayotsarga' ist die schwierigste Übung des Jaina-Mönches. Der Mönch verharrt für einen längeren Zeitraum in bewegungsloser (primär in stehender) Position und meditiert. Die stehenden und sitzenden Darstellungen des Tirthankara, wie wir sie aus der Kunst kennen (vgl. unsere Abbildungen 1-4), zeigen alle den Kayotsarga (was bei den stehenden freilich eindeutiger ist als bei...
Verfasst: 22.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
4. Avashyaka IV: Pratikramana Das vierte Avashyaka besteht im wesentlichen aus mehreren Abschnitten, deren jeder ein Reuebekenntnis (Pratikramana) einschließt. Als Inhalt enthält jeder Abschnitt einen kürzeren oder längeren Katalog von verschiedenen Formen monastischen Fehlverhaltens, auf die sich die Reue bezieht. Wir zitieren zunächst den folgenden Abschnitt zum Thema Ahimsa: Ich will bereuen. Welche...
Verfasst: 21.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
2. Avashyaka II: Caturvimshatistava Das zweite Avashyaka ist ein Hymnus ( stava ) auf die vierundzwanzig ( caturvimshati ) Tirthankaras und heißt deswegen 'Caturvimshati-stava'. Die Jinas (Sieger) oder Tirthankaras (Heilskünder) sind die Stifter der Jaina-Religion, gehören aber mit Ausnahme der beiden letzten nicht der Geschichte, sondern einer legendären Frühzeit an. Der letzte Tirthankara ist unter dem...
Verfasst: 20.09.2012
Von Prof. Dr. Klaus Bruhn
Grundlage dieses Beitrags ist ein Kurzreferat, gehalten in Berlin am 20.4.1997 anläßlich des Geburtstags von Mahavira ('Mahavira-Jayanti') in der dortigen Yoga-Schule (Dr. N.K. Jain). Es wurde versucht, einen einzelnen Prakrit-Originaltext aus dem Jaina-Kanon in die Behandlung der Jaina-Ethik zu integrieren (vgl. den Titel). Für Anregungen verschiedener Art bin ich K. Butzenberger verpflichtet. - Unter den...
Verfasst: 26.03.2004
Von Carla Geerdes
London, Am 16. März wurde anlässlich der vierten Jahresvorlesung über Jainismus das Zentrum für Jaina Studien am SOAS, London, in Anwesenheit Dr. Ulrich Pagels, Prof. J.C. Wrights und Dr. Peter Flügels eröffnet. London ist nicht zuletzt wegen der hier zahlreich vorhandenen Quellen zum Jainismus eine sehr gute Wahl für ein derartiges Institut, was das erste seiner Art außerhalb Indiens ist. Prof. Wright...
Verfasst: 11.12.2003
Von Dr. Peter Flügel
Im Zentrum der Jaina-Religion stehen monastische Gemeinschaften, die von lokalen Laiengemeinden unterstützt werden. Diese Gemeinschaften sind nicht einheitlich organisiert, sondern in eine Reihe von Sekten und Orden gespalten. Heute verteilen sich die etwa zwölftausend Jaina-Mönche und Jaina-Nonnen auf die vier grossen Schulen der bilderverehrenden Bisapanth Digambara und Murtipujak Svetambara und der...

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