Karma: Der Mechanismus ► Bindung an Karma - Tattvarthasutra, Kapitel 8 ► Tattvarthasutra 8.21

Verfasst: 23.04.2014

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Vipako(a)nubhavah (21)

Karma wird aktiviert, sobald die Bedingungen dafür vorhanden sind. (21)


Aktivität und Leidenschaften (und Mißverstehen, Irrtum, Nachlässigkeit, etc.) binden Karma in das interaktive karmische Feld eines Lebewesens (jiva) ein. Dabei haben Aktivitäten, die nicht von den Leidenschaften (Ärger, Stolz, Falschheit und Gier) beeinflußt wurden, nur kurzfristige, flüchtige Auswirkungen. Wenn die Voraussetzungen dazu vorhanden sind, manifestiert sich diese Art 'flüchtigen' Karmas unmittelbar nach seiner Entstehung.

Handlungen, deren Ausführung, Planung, Veranlassung oder stille Zustimmung von Leidenschaft geprägt sind, speichern die (leidenschaftliche) Anhaftung an das Thema dieser Handlungen im interaktiven karmischen Feld des jiva. Diese Art Karma manifestiert sich vielfach nicht unmittelbar nach seiner Entstehung, sondern nimmt einen latenten, inaktiven Zustand an, der dann aktiviert wird, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind. Latentes Karma ist ein Mechanismus, der die Aufmerksamkeit eines jiva auf unerledigte Lebensthemen richtet, sobald sich die Umstände für eine erneute Manifestation dieser Themen wieder ergeben.

Wenn diese förderlichen Umstände nicht eintreten, manifestiert sich das entsprechende Karma bei Ablauf seiner maximalen Dauer (siehe Sutra 14 bis 17).

Die Aktivierung von (latentem) Karma wird erfahren durch das Auftreten von Leidenschaften, die sich - je nach Intensität zur Zeit ihrer Bindung - stark oder milde äußern. Die weiteren Umstände einer Aktivierung bestimmen dann die Verkörperungsebene eines jiva, seine aktuelle Einbindung in Zeit, Raum und Umgebung und seine augenblickliche Verfassung.

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