Jaina in Antwerpen: Padmavati Devi

Veröffentlicht: 24.03.2013
Aktualisiert: 25.03.2013

Padmavati Devi

Bei Padmavati handelt es sich um einen weiblichen Schutzgeist des Tirthankara Parshvanath. Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung wurde jedem Tirthankara ein weiblicher und ein männlicher Schutzgeist zur Seite gestellt, Yakshinis und Yakshas genannt. Zum Yakshi-Kult gibt es innerhalb des Jainismus sowohl unter den Gläubigen als auch unter den Wissenschaftlern kontroverse Diskussionen. Gemäß dem Indologen und Jaina-Spezialisten Robert Zydenbos sind vor allem moderne Autoren der Meinung, dass es sich beim Yakshi-Kult um eine spätere Entwicklung im Jainismus handele und dass diese von anderen Religionen übernommen wurden. Er nennt hier als Beispiel Professor T. G. Kalghatgi, den ehemaligen Vorstand der Abteilung für jainistische Studien an den Universitäten von Mysore und Madras.[1] Zydenbos teilt diese Ansicht nur teilweise.[2] Ungeachtet der verschiedenen Meinungen wird Padmavati Devi von den Svetambara-Deravasi als bedeutende Göttin verehrt. Sie wird mit vier Armen dargestellt. In ihren beiden rechten Händen hält sie eine Lotusblüte und eine Gebetskette. In den beiden linken Händen hält sie eine Frucht und eine Peitsche. Ihr Fahrzeug ist eine Schlange mit dem Kopf eines Hahnes. Die Farbe der Göttin ist Gold. Der Legende nach ist die Göttin Padmavati die Wiedergeburt einer der Schlangen die Parshvanath aus dem brennenden Holzstück befreien ließ. Padmavati ist die Yakshini und Dharnendra der Yaksha, der Schutzgötter von Parshvanath. Eine sehr bekannte Legenden zu Padmavati ist die Geschichte von Padmavati in der Felshöhle, wo ein junger Schafhirte einem Schaf folgt, das in eine Höhle gelaufen ist. Auf der Suche nach dem Schaf entdeckte er in einem Raum der Höhle die Göttin auf einer Schaukel. Sie hilft ihm, den Weg aus der Höhle zu finden, und gibt ihm einen Stein, der bei täglicher Verehrung mit Weihrauch all seine Wünsche erfülle. Er darf aber niemand erzählen, woher sein plötzlicher Reichtum stammt. Er bricht das Versprechen, indem er seiner Frau davon erzählt, und es widerfährt ihm viel Unheil.[3]

Eine Analyse dieser Legende zeigt die Macht und den Einfluss der Göttin Padmavati, deren Abbildung in den meisten Jaina-Tempeln zu finden ist, so auch in der derzeitigen Andachtsstätte in Antwerpen.


184 Kalghatgi, T. G., Jaina View of Live, Sholapur, 1969.
185 Zydenbos, Robert, 2000: 145–189.
186

Padmaprasad 1976, 386 f.; die Geschichte wurde 1978 aus dem Munde einer 70-jährigen

Fußnoten
1:

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2:

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3:

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Quellen

Jaina in Antwerpen

2010.08.12 Antwerp - New Jaina Temple 027

Eine religionsgeschichtliche Studie

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