Das Gespür für Wachstum ► Tattvarthasutra, Kapitel 1 ► Sutra 25

Verfasst: 22.07.2014

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Visuddhi ksetra svami visayebhyo avadhi manahparyayayoh (25)

Die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit (manah-paryaya) unterscheidet sich von Hellsicht {avadhi) durch

  1. Klarheit,
  2. räumliche Ausdehnung des Wirkungsbereiches,
  3. Ausbildungsgrad des Bewußtseins und
  4. Art der erfaßten Objekte. (25)

 


Sowohl Hellsicht, wie auch die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit erfassen Bereiche, die jenseits der fünf Sinne hegen. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen diesen beiden Wissensarten.

  1. Klarheit

    Die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit erfaßt Inhalte weit klarer als Hellsicht und Telepathie. Sie kann subtile und subtilste Aspekte erkennen, Hellsicht und Telepathie dagegen nur relativ grobe Ebenen.

  2. Räumliche Ausdehnung des Wirkungsbereiches

    Hellsicht und Telepathie wirken im gesamten Universum, die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit dagegen nur in dem Bereich, in dem sich menschliche Wesen aufhalten.
    Obwohl ihre räumliche Ausdehnung begrenzt ist, erfaßt die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit qualitativ weit subtilere Dimensionen der Realität als Hellsicht und Telepathie.

  3. Ausbildungsgrad des Bewußtseins

    Hellsicht und Telepathie kann von allen Wesen erlangt werden, die über einen Geist[54] verfügen. Die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit tritt dagegen nur in Menschen auf, die sich auf der siebten bis zwölften Entwicklungsstufe (gunasthana) befinden.

  4. Art der erfaßten Objekte

    Hellsicht und Telepathie erfassen alle Elemente (Lebewesen, Materie, Karma etc.), aber nur einen Teil ihrer Erscheinungsformen.
    Die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit erkennt nur Bewußtseinsinhalte. Der Geist selbst nimmt diese Inhalte jedoch nicht auf. Er dient als Hintergrund, vor dem die entsprechenden Bewußtseinsinhalte erscheinen - so wie die Projektionswand eines Kinos die Wahrnehmung eines Films möglich macht. Und ebenso wie eine Projektionswand keinen Einfluß auf die Botschaft des Films hat, beeinflußt der Geist auch nicht die Inhalte, die die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit erkennt.
Fußnoten:
[54]
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