Das Gespür für Wachstum ► Praxis ► 14 Entwicklungsstufen ► 07 - Die siebte Stufe (apramatta virata)

Verfasst: 12.08.2014

7 - Von der siebenten Ebene (apramatta virata)

an wird unser Bewußtsein nicht mehr von karmischen Manifestationen (begrenzten Lebensthemen) überschattet. Wir erfahren sie zwar noch, doch ist das Wissen um unser immenses Potential jetzt so deutlich und stabil, daß karmische Manifestationen uns nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen können.

Mit wachsender Klarheit erkennen wir die Mechanismen, mit denen unser Bewußtsein unser Umfeld gestaltet. Wir sehen, wie unsere Emotionen, Sehnsüchte und unsere Anhaftung an Ideen, Konzepten etc. genau die Umstände magnetisch anziehen, in der sich dieses Streben real ausdrücken kann. Wir setzen diese Erkenntnis nun kreativ ein, um ein perfektes Wachstumsumfeld zu strukturieren, das in größter Selbstverständlichkeit einen vollkommenen Einklang mit den fünf großen Freiheiten bildet. All unser Sein orientiert sich jetzt daran, die weiteren phantastischen Möglichkeiten unseres Bewußtseins, die wir erahnen, real zu erfahren.

Wir erreichen die siebente Ebene, sobald die Wahrnehmung unseres souveränen und unabhängigen Selbst konstanter wird. Wir beschleunigen diesen Prozess, wenn wir uns bewußt dafür entscheiden, die souveräne, unabhängige Wahrnehmung der siebenten Stufe beizubehalten, statt uns von einschränkenden, emotionalen Bindungen wieder auf untere Ebenen herabziehen zu lassen.

Für einige Zeit oszillieren wir dann in schnellem Wechsel zwischen der sechsten und der siebenten Ebene hin und her, bis wir uns an die intensiveren Energien und erweiterten Fähigkeiten der höheren Ebene gewöhnt haben und weiter aufsteigen können.

Wir erfahren die siebente Entwicklungsstufe in zwei Phasen:

  • Die erste Phase ist im Wesentlichen eine Übergangsperiode. Hier stabilisieren wir die Wahrnehmung unseres souveränen, höheren Selbst, die sich von der sechsten Stufe an entfaltete.

Diese erste Phase ist von dem schnellen Wechsel zwischen den Ebenen sechs und sieben geprägt, bis wir uns an die intensiveren Energien der höheren Stufe gewöhnt haben. Dabei bleiben wir maximal 48 Minuten auf der siebenten Ebene und fallen dann wieder auf die sechste Ebene zurück. Hier halten wir uns jedoch ebenfalls nur kurz auf, um dann wieder aufzusteigen.

Wir erfahren dies als ständiges Oszillieren zwischen aufsteigender Freude über die neuen phantastischen Dimensionen, die sich uns eröffnen und Zweifel und Angst, die uns zurückhalten. Die Freude zieht uns nach oben, während Zweifel und Angst (d.h. unsere restliche Anhaftung an vertraute Lebensthemen der unteren Ebenen) uns zurückhalten.

Die Angst, was eine Bewußtseinserweiterung für unsere innere Stabilität bedeuten könnte, und die Sorge wie wohl unser soziales Umfeld darauf reagieren mag, sind Überbleibsel früherer emotionaler Bindungen, die sich bald vollständig auflösen. Der Weg zur Freiheit von allen karmischen Beschränkungen ist nie von wachsender Furcht gekennzeichnet, sondern ausschließlich von der Auflösung all unserer Ängste und durch zunehmendes Selbst­ver­trauen, Sicherheit und Verstehen.

In dieser ersten Phase erfahren wir keine der höheren gunasthanas.

  • In der zweiten Phase der Ebene sieben erfaßt uns ein Sog, der unser Bewußtsein in immer umfassendere Entwicklungsstufen zieht. Wo wir zuvor Anstrengungen unternehmen mußten, um höhere Ebenen zu erreichen, trägt uns nun die Welle unserer Bewußtseinsexpansion mühelos in Bereiche, die wir nie zuvor erreicht haben und die uns unvorstellbar vorkamen.

Beim Übergang zwischen der ersten und zweiten Phase durchlaufen wir mehrere Stadien:

  • Im ersten Stadium begrenzen wir die Intensität der vier negativen Grundemotionen - Ärger, Arroganz (Stolz), die Intention andere zu täuschen und Sucht (Gier) - indem wir erkennen, daß sie immer nur einen begrenzten Bereich unseres Lebens beeinflussen. Wir erkennen beispielsweise, daß Ärger, den wir einer bestimmten Person oder Situation gegenüber fühlen, nicht notwendigerweise unser gesamtes Lebensgefühl beeinträchtigen muß. Wir identifizieren den Wirkungsbereich dieses Ärgers, reduzieren ihn auf seine reale (geringe) Einflußsphäre, betrachten ihn distanziert und unbeteiligt und lösen uns dann von ihm, indem wir uns bewußt darüber erheben.
  • Im zweiten Stadium erfahren wir eine außergewöhnliche Beschleunigung unserer Gedanken. Das Denken tausender Stunden verdichtet sich auf wenige Sekunden, zu blitzartigen Einblicken in komplexe geistige Bilder. Denken und Intuition verschmelzen zu einem Vorgang. Folgerung auf Folgerung baut sich zu turmhohen Konsequenzen auf - jedoch mit einem präzisen Verstehen der Wirklichkeit, wie es nie klarer war.

Innerhalb von (maximal 48) Minuten erreichen wir Bewußtseinsdimensionen, die auf den unteren Ebenen unvorstellbar waren. Je höher wir gehen, desto selbstverständlicher und sicherer bedienen wir uns der phantastischen Fähigkeiten unseres Bewußtseins, die jetzt in uns Wirklichkeit werden.

  • Je tiefer wir in das Verständnis der Realität eindringen, desto deutlicher erkennen wir den Ursprung (adhikarana) begrenzender Umstände und warum wir die Tendenz haben, uns dort immer wieder hineinzubegeben. Wir lösen alle Bindungen auf, die unseren Weg nach oben behindern. Wir verlassen die Teile der Realität, die uns einschränken.

Wir erreichen das zweite Stadium, sobald wir unsere Anhaftung an die vier negativen Grundemotionen und an vertraute, aber behindernde Handlungsmechanismen der unteren Ebenen aufgeben.

Nach Durchlaufen dieser Anfangsphasen ist das zweite Stadium der siebenten Ebene stabilisiert. Von hier aus bieten sich jetzt zwei Wege des Aufstiegs:

1 - Die Unterdrückung von Karma

Hier tritt der größte Teil unseres restlichen Karmas in den inaktiven, latenten Zustand. Da latentes Karma unseren Aufstieg bis Ebene 11 nicht behindert, können wir auf diesem Weg den Charakter der höheren gunasthanas erfahren. Dieser Weg führt über die Ebenen 8, 9 und 10 zu Ebene 11.

Hier können wir diesen Zustand jedoch nicht halten und fallen wieder auf die unteren Ebenen zurück. Wir kommen solange nicht über die Ebene 11 hinaus, wie unsere Sehnsüchte nach Erfahrung der unteren Ebenen (unser latentes Karma) - die nur für einige Zeit inaktiv sind - unseren weiteren Fortschritt noch blockieren.

Die Ebenen 7 bis 11 müssen nicht nacheinander erfahren werden. Wir können z.B. alle dazwischenliegenden Stufen umgehen, um ein Gefühl für Ebene 11 zu erhalten. Die übersprungenen Ebenen können wir später bewußt aufsuchen, um sie genauer kennenzulernen.

2 - Die Auflösung von Karma

Auf diesem zweiten Weg lösen wir die Bindung an unser restliches Karma vollständig auf. Der Weg führt unter Aussparung der Ebene 11 über die Ebenen 8, 9, 10, 12, 13 zu Ebene 14 und danach zur endgültigen Freiheit. Obwohl wir dabei anfangs - bis wir alle karmischen Bindungen der unteren Ebenen gelöst haben - hier auch nur die Ebene 11 erreichen, ist dies der sichere Weg zur Freiheit.

Freude und Schmerz manifestieren sich - bei Aktivierung entsprechender Karmas - auch von Ebene 7 an aufwärts noch genauso wie in den darunterliegenden Ebenen. Unsere Aufmerksamkeit ist jetzt jedoch kaum mehr auf diese Empfindungen gerichtet. Unser Bewußtsein wird weit stärker von der Wahrnehmung unseres erhabenen, ewigen Wesens angezogen, das wir durch die karmische Überschattung bisher nicht erkennen konnten. Mit immenser Freude fühlen wir die Nähe einer strahlenden Ekstase, die weit attraktiver ist als jede Art Freude oder Schmerz, die die unteren gunasthanas bieten könnten.

Der Weg der 'Unterdrückung von Karma', der uns rapide von Ebene 7 auf Ebene 11 führt und wieder zurück, gibt uns die Möglichkeit auf jeder dazwischenliegenden Stufe bewußt zu verweilen und sie eingehend zu erfahren. In einer Analogie gleicht dieser Weg einem ringförmigen Eisenbahnsystem, das uns die Möglichkeit gibt, an jeder beliebigen Station ein- und auszusteigen.

Von der siebenten Ebene an erhalten wir weit mehr Kontrolle über unser Leben als je zuvor. Wir haben jetzt jederzeit die Möglichkeit, unsere letzte emotionale Bindung an karmische Begrenzungen bewußt aufzulösen und über den Aufstieg auf Ebene 12 bis 14 die Weite und Großartigkeit unseres Bewußtseins uneingeschränkt zu erfahren.

Wir können uns aber auch entscheiden, zeitweilig auf Ebene vier oder fünf (jedoch nie auf Ebene 1, 2 oder 3) zurückzukehren, wenn wir erkennen, daß die Erfahrung bestimmter Erlebnisse oder Emotionen auf diesen Ebenen für unseren weiteren Fortschritt nötig ist. Während unseres temporären Aufenthalts auf diesen emotional weit dichteren Ebenen können wir unser höheres Verständnis dann bis auf eine vage Erinnerung fast vollständig verlieren. Nach Abschluß dieser Erfahrungen steigen wir jedoch automatisch wieder auf die Ebene auf, aus der wir ursprünglich kamen und gewinnen damit auch wieder Zugang zu dem entsprechenden umfassenden Einblick.

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