Das Gespür für Wachstum ► Praxis ► 14 Entwicklungsstufen ► 05 - Die fünfte Stufe (desavirata)

Verfasst: 10.08.2014

5 - Der Aufstieg in die fünfte Stufe (desavirata)

treibt unsere Entwicklung weit schneller voran, als es auf den darunterliegenden Stufen möglich war. Während wir in der vierten Ebene geistige Klarheit über Weltmechanismen und unsere persönlichen Ziele erreicht hatten, setzen wir diese Klarheit auf der fünften Ebene in bewußt gesteuerte Handlung um. Wir fühlen uns dabei von einer Energie getragen, die uns zuvor unbekannt war und nun all unseren Einsatz unterstützt.[5] Wir verspüren einen wachsenden inneren Drang, höhere Erkenntnisebenen zu erkunden und sehen immer deutlicher, welche Handlungslinien zur Freiheit von karmischen Einschränkungen führen.

In der fünften Ebene erkennen wir die fünf Freiheiten als die Hauptlinien, die uns in diese Richtung leiten. Zwar setzen wir sie nur teilweise und noch unvollkommen in Handlung um, doch erkennen wir jetzt klar, welche Chancen sich uns dadurch eröffnen: Wir erleben intensivere Ebenen der Zuneigung, tieferes Verständnis für andere und ein zunehmendes Gespür für Wahrheit. Uns wird bewußt, wie sehr die Natur unseren Weg unterstützt. Wir spüren, wie sich in uns etwas Großes entfaltet. Je mehr wir unsere Emotionen von materiellen Objekten und Sorgen abkoppeln, desto intensiver erfahren wir einen nie gekannten Grad an Freiheit.

Die fünfte Ebene ist hauptsächlich dadurch charakterisiert, daß wir die Handlungslinien der fünf Freiheiten zwar vollständig erkennen, deren volle Umsetzung in Handlung zum Teil jedoch noch bewußt zurückweisen. Wir wissen zwar, was wir an unseren Handlungen und Emotionen ändern müßten, setzen es aber nicht in die Tat um.

Dies wird durch die Aktivierung einer speziellen Art von Karma (pratyakhyanavarana kasaya) veranlaßt, dessen Verarbeitung das wesentliche Thema der fünften Ebene ist. Je mehr uns klar wird, daß nur wir selbst für unsere Entwicklung verantwortlich sind, daß nur wir selbst sie gestalten, und je mehr wir diese Erkenntnis dann auch in Handlung umsetzen, desto schneller eröffnen sich uns neue und faszinierendere Dimensionen unseres Lebens. Je mehr wir erkennen, daß unser Fortschritt hier ausschließlich davon abhängt, wieviel Energie wir in die Umsetzung der fünf Freiheiten investieren, desto intensiver unterstützt unser Umfeld unser Handeln in diese Richtung.

Der Übergang von Stufe 4 auf Stufe 5 läßt sich mit dem Beginn eines 'Jogging'-Programms vergleichen. Anfangs wissen wir zwar, daß wir etwas für unseren Körper tun müssen, verschieben den eigentlichen Beginn aber immer auf den nächsten Tag. Schließlich ringen wir uns doch dazu durch, empfinden in den ersten Tagen aber nur Anstrengung und brauchen erhebliche Energie um durchzuhalten. - Bis hierhin entspricht unser Erlebnis der Erfahrung der Stufe 4 - wir tun zwar einiges, haben damit aber nicht soviel Erfolg, daß wir dadurch mehr Energie erhalten als wir hineinstecken.

Dann - nach 10 bis 12 Tagen - merken wir Veränderungen in uns. Wir fühlen uns energetischer, dynamischer und haben eine merklich bessere körperliche Präsenz. Das Joggen selbst läuft jetzt fast automatisch und wir fangen an, Freude daran zu haben. - Auf ähnliche Weise erfahren wir den Übergang von Stufe 4 auf Stufe 5. Die neue Ausrichtung unseres Handelns auf Expansion, die anfangs ungewohnt und anstrengend war, bringt erste positive Ergebnisse, wir fühlen uns bestätigt und merken, daß wir unser Leben nun weit effektiver steuern können, als je zuvor.

Auch auf der fünften Ebene wird unser Bewußtsein zeitweise noch von derart intensiven karmischen Manifestationen (starken Emotionen) überschattet, daß all unsere Stimmungen und Handlungen dadurch zwanghaft beeinflußt werden. Da wir beim Auftreten dieser intensiven Emotionen kaum in der Lage sind, unser Handeln bewußt zu steuern, ist die perfekte, kontinuierliche Umsetzung der fünf Freiheiten noch nicht möglich.

Fußnoten:
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