Das Gespür für Wachstum : Kevala jnana - Allwissenheit

Autor*in:  Image of Hermann KuhnHermann Kuhn
Veröffentlicht: 03.07.2014
Aktualisiert: 06.07.2014

Allwissenheit (kevala jnana)

ist ein Ziel, für das Menschen große innere und äußere Härten auf sich genommen haben. Von einer höheren Perspektive aus gesehen wird Allwissenheit jedoch ohne die Hilfe irgendwelcher Mittel nur durch den Wegfall karmischer Behinderungen erreicht.

Allwissenheit wird als Letztes erwähnt, da diese Art Wissen erst nach Erfahrung aller anderen Wissensarten erlangt wird.

Allwissenheit (kevala jnana) - wie auch die unmittelbare geistige Aufnahmefähigkeit (manah-paryaya) - wird durch Kenntnis des Selbst erreicht. Kenntnis des Selbst bedeutet, daß die falschen Konzepte, die auf den Realitätsebenen der Bezeichnungen (nama) und der geistigen Struktur (sthapana) bestanden, größtenteils oder vollständig aufgelöst sind.

Obwohl ein Erreichen der Allwissenheit weit von unserer jetzigen Wirklichkeit entfernt zu sein scheint, erhalten wir recht oft einen Vorgeschmack von dieser Fähigkeit. Es sind die Momente zwischen Traum und Aufwachen, in denen wir die eine Welt noch nicht vollständig verlassen haben, uns der anderen Welt aber schon bewußt sind. Hier erleben wir oft kurze, sehr flüchtige Augenblicke, in denen wir immens komplexes Wissen besitzen, das alle Rätsel der Welt lösen könnte, und das wir gerne in diese Wirklichkeit mitnehmen würden.

Selbst wenn wir dann nach vollständigem Aufwachen darüber den Kopf schütteln und das Erlebnis zu all den anderen seltsamen Ereignissen tun, mit denen wir uns ebenfalls nicht mehr beschäftigen wollen, ist das Gefühl, das wir hatten, aber dennoch Wirklichkeit, - ist es dennoch etwas, das wir real erfahren haben, selbst wenn es nur ein kurzer Augenblick war.

Die Tatsache, daß wir dieses Gefühl der Allwissenheit nicht in unser Wachbewußtsein hinüberretten können, schränkt seine Gültigkeit nicht im geringsten ein. Auch wenn wir es in unserem jetzigen Bewußtseinszustand erfahren würden, könnten wir damit kaum etwas anfangen, ohne zuvor unsere augenblicklich recht begrenzte Erkenntnisfähigkeit wesentlich zu erweitern.

Es lohnt sich jedoch, diesen Vorgeschmack als Hinweis aufzufassen, wie selbstverständlich wir auch diese Fähigkeit handhaben - wenn auch nur kurzfristig und nicht vollständig im Wachbewußtsein, - und daß Allwissenheit weit weniger fremd und entfernt ist, als wir glauben mögen.


 

Diese fünf Wissensarten werden durch pramana - d.h. in einer schnellen, unmittelbaren Gesamtschau - erkannt.

Nun stellt sich die Frage, wie die einzelnen Kanäle das Wissen prägen, das wir durch sie erhalten.

Quellen

Titel: Das Gespür für Wachstum

Ausgabe: 1999, 2000

Verlag: Crosswind Publishing, 31505 Wunstorf

ISBN: 3-9806211-7-0

HN4U Online Edition: 2014


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  1. Allwissenheit
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