Geheimnisse des Geistes: Vollendung der spirituellen Praxis (3)

Veröffentlicht: 21.10.2012

Ein Kettenraucher nahm an einem Meditationscamp teil. Ihm wurde geraten, das Rauchen aufzugeben, weil es schädlich für die Gesundheit ist. Er erwiderte: „Wozu stellt man denn Zigaretten her? Unzählige Dinge werden zum Vergnügen des Menschen produziert. Würden wir sie alle aufgeben, erlitten die Herstellerfirmen große Verluste, und das würde Arbeitsplätze in bisher noch nicht bekanntem Ausmaß vernichten.“ Solchen Menschen kann man nichts begreiflich machen. Der Mann nahm weiter an dem Camp teil und meditierte auch danach regelmäßig. Nach geraumer Zeit begann er sich zu verändern. Er entwickelte eine starke Abneigung gegen das Rauchen und fühlte sich sehr gestört, wenn jemand in seiner Gegenwart rauchte.

Das ist ein Beispiel für eine Änderung der Einstellung, die nicht durch Predigen herbeigeführt werden kann. Predigten sind für diejenigen, die noch nicht begonnen haben, die Vorgänge in ihrem Inneren wahrzunehmen und die daraus resultierenden Einsichten und Erkenntnisse zu gewinnen. Preksha Meditation ist eine Übung in Wahrnehmung. Der Schlüssel ist die Wahrnehmung des Selbst. Wir sehen, was außen vorgeht, nicht das Selbst. Preksha Meditation ist der Weg zur Wahrnehmung des Selbst.

Die Wissenschaft kannte die drei Dimensionen, Länge, Breite und Höhe, bis man als vierte ist die Zeit erkannte. Auch der menschlichen Geist hat drei Dimensionen, Erinnern, Denken und Vorstellen. Eine vierte Dimension kann man auch hier hinzufügen, die Wahrnehmung. Sie ist ein natürlicher Prozess. Übungen zur Wahrnehmung der Bewusstseinszentren öffnen die vierte Dimension in unserem Geist. Das führt zu einer Transformation der Persönlichkeit.

Die Spirituelle Praxis liefert keine kurzfristigen Ergebnisse. Sie ist kein magischer Wunschbaum, sondern der Beginn eines langfristigen Prozesses spiritueller Transformation. Mit fortschreitender spiritueller Praxis wird der Geist stetiger und unsere Interessen verändern sich. Doch es braucht Zeit, bis das zur Reife kommt. Um die vierte Dimension zu erreichen, muss man sich sehr anstrengen. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche spirituelle Praxis sind Vertrauen, Geduld und Kontinuität.

Als viertes gelingt es einem durch die spirituelle Praxis, Lösungen für Probleme mit dem Selbst zu finden. Je mehr wir nach innen schauen, desto weniger fühlen wir uns an die Außenwelt gebunden. Politik ist die Kunst, andere wahrzunehmen. Spiritualität ist die Kunst, sich selbst wahrzunehmen. Politiker machen andere verantwortlich, der spirituell orientierte Mensch hingegen macht sich selbst verantwortlich und sucht nicht Fehler bei anderen. Dabei vertraut er auf seine eigene spirituelle Kraft. Unwissenheit über die Kraft unserer Spiritualität zwingt uns dazu, uns auf die äußeren Quellen, anstatt auf die inneren zu beziehen. Wenn uns das klar wird, können wir uns nicht mehr irren.

Wenn die Trägheit in uns die Oberhand gewinnt, können wir dagegen wirken, indem wir uns auf die Zentren der Wahrnehmung im Körper konzentrieren. Schon nach kurzer Zeit werden wir uns erfrischt und gestärkt fühlen. Die Mittel zur Bekämpfung von Ignoranz, Täuschung und Trägheit liegen in uns selbst, wir brauchen sie nicht in der Außenwelt zu suchen. Schon nach zehn Minuten fühlen wir uns wieder aktiv, wenn wir uns uns die Farbe der aufgehenden Sonne vorstellen, uns dabei auf die Wahrnehmungszentren im Körper konzentrieren.  

Mentaler Unruhe können wir begegnen, wenn wir uns auf das Zentrum der Weisheit am höchsten Punkt des Schädels konzentrieren und uns dabei orange vorstellen.

Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Lösung unserer Probleme selbst in die Hand zu nehmen.

Quellen

Englischer Titel:
The Mysteries Of Mind

Redaktion:
Muni Mahendra Kumar

Herausgeber:
Jain Vishva Bharati Ladnun, India

2. Edition: 2002

Übertragung ins Deutsche:
2006 Carla Geerdes
2012 Überarbeitete Fassung
Carla Geerdes

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