Geheimnisse des Geistes ► 12 ► Analysierende Betrachtungen des Grobstofflichen und des Feinstofflichen (1)

Verfasst: 02.10.2012
  • Versunkenheit - Konzentration
  • Mehrere Handlungen zugleich - jeweils nur eine Handlung
  • Kompromisslosigkeit - Synthese
  • Zorn - Ängstlichkeit - Niedergeschlagenheit - Furcht - Verdrießlichkeit
  • Verlangen - es wäre besser, wenn es so wäre - Erinnerung - Vorstellung
  • Entwicklung von Geduld
  • Therapie auf der Ebene des Bewusstseins
  • Therapie auf der Ebene des Unbewussten
  • Gestalten wir unsere Reflektionen und nicht das, was reflektiert wird
  • Wahrnehmung des Atems - in der Gegenwart leben
  • Wahrnehmung des Atems - im Gleichgewicht sein
  • Hauptursachen für Spannungen - in der Vergangenheit und in der Zukunft leben
  • Wissbegierde, Versunkensein, Verlangen, Arta-Raudra Meditation
  • Emotionen wie Zorn, etc. generieren Spannungen

Reines Bewusstsein allein ist nirgendwo verfügbar. Wird reines Bewusstsein erreicht, endet jede Verfügbarkeit.Bei allen Lebewesen treten Bewusstsein und Körper immer in gegenseitiger Verbindung auf.

Körper und Bewusstsein sind seit undenklichen Zeiten zusammen. Die Frage, wie lange und warum sie zusammen sind, bleibt bisher unbeantwortet. Die einfachste Antwort lautet, dass ihre Gemeinschaft anfanglos ist. Es scheint, dass die empfindende Energie (Jiva, Seele) und der Körper ein Übereinkommen getroffen haben mit dem Resultat, dass sie sich niemals verlassen werden und ohne gegenseitige Einmischung zusammenleben und -arbeiten. Der Körper kann zwar die Reinheit der Seele nicht verderben, aber sie entzieht sich dem körperlichen Bereich auch nicht. 

Etwas zu wissen und anderen zu sagen, was man weiß, sind verschiedene Dinge. Die Sprache ist Medium des Ausdrucks und der Kommunikation. Was wir ausdrücken oder kommunizieren können, wird durch ihre Grenzen bestimmt. Die Bandbreite des Wissens ist unendlich, doch die der Sprache begrenzt. Was auch immer wir durch Sprache ausdrücken, das Wesen der Sprache kann das Unendliche nicht erfassen.

Das Unendliche kann nicht auf das Endliche komprimiert werden. Lassen wir einmal das Unendliche beiseite, Sprache kann nicht einmal unsere täglichen Meditationserfahrungen kommunizieren. Deshalb bleibt alles unvollständig, was wir über innere Erfahrungen aussagen können, allenfalls können wir ihnen symbolisch und metaphorisch Ausdruck verleihen. Erfahrungen können niemals vollständig kommuniziert werden, weil sie nicht durch das Medium Sprache veräußert werden können. Zur Kommunikation von Erfahrungen scheint es kein geeignetes Medium zu geben. Ebenso verhält es sich mit den Emotionen. Gesichtsausdruck und Körper spiegeln die Emotion Zorn wieder: Zorn macht das Gesicht streng und lässt den ganzen Körper erstarren. Dennoch sind weder ein ernster Gesichtsausdruck, noch ein erstarrter Körper vollständiger Ausdruck des Zorns.

Es gibt zwei Naturgesetze, Jiva und Nicht-Jiva. Jiva hat Bewusstsein. Das Bewusstein ist die Trennlinie zwischen Jiva und Nicht-Jiva. Was Bewusstsein hat, ist Jiva, was kein Bewusstsein hat, ist Nicht-Jiva.

Das Bewusstsein muss keine Form annehmen, es existiert ohne an eine Form gebunden sein zu müssen. Wir sind mit dem Begriff "nicht an eine Form gebundene Existenz" nicht vertraut, weil wir in einer von den Sinnesorganen konstruierten Welt leben. Wir kennen nur diese Welt der Sinnesorgane. Mit dem Verstand, den Sinnesorganen und dem Intellekt kann das nicht an eine Form Gebundene nicht erfasst werden. Nur wer über die Sinnesorgane, den Verstand und den Intellekt hinausgeht, ist in der Lage, das nicht an eine Form Gebundene zu erkennen. Selbst wer über visuelle Intuition verfügt und Gedanken lesen kann, ist nicht in der Lage, die Existenz des nicht an eine Form Gebundene zu erkennen.

Nur Seher auf den Höhen visueller Intuition haben von der Existenz einer nicht an eine Form gebundenen Substanz berichtet. Diese Substanz hat keine Struktur, ist farb- und geruchlos, man kann sie nicht fühlen, sie zerfällt nicht, sie kann nicht zerschlagen werden, sie bleibt in ihrer Einzigartigkeit bestehen. Obwohl sie den Raum durchdringt, bildet sie für den Luftstrom kein Hindernis. Diese nicht an eine Form gebundene Substanz durchdringt das gesamte Universum. Sie ist allgegenwärtig.

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