Geheimnisse des Geistes ► Vorwort

Verfasst: 28.08.2012

Es dauert lange, bis aus einem Samen ein Baum gewachsen ist. Hätte der Samen nicht gekeimt, bliebe uns vorenthalten, was der Baum uns gibt. Blüten, Blätter, Früchte, Schatten und Brennholz bekommen wir nur, wenn der Samen gekeimt hat und zu einem Baum herangewachsen ist. Auch das Bewusstsein braucht lange, bis es seine höchste Entwicklung erreicht. Entwickelte es sich nicht, müssten wir auf die Resultate eines erwachten Bewusstseins verzichten, auf Freundlichkeit, Frieden, Sympathie, guten Willen, Kooperation und Gelassenheit.

Damit unser Bewusstsein erwacht, müssen wir bewusst den aufwärts gerichteten Strom unserer Energie unterstützen. Der abwärts gerichtete Energiestrom aktiviert unterhalb des Bauchnabels gelegene psychische Zentren, der aufwärts gerichtete aktiviert diejenigen oberhalb des Bauchnabels, wo Bewusstsein und Erkenntnisfähigkeit liegen. Diese werden durch den aufwärts gerichteten Energiestrom zur weiteren Entwicklung angeregt. Die Methode zur Unterstützung des aufwärts geleiteten Energiestroms heißt Meditation. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit dem spirituellen Hintergrund dieser Methode.

In den Anfangsjahren haben wir Preksha Meditation Camps in dichter Aufeinanderfolge veranstaltet. In diesen Camps fanden neben Meditationsübungen auch Erörterungen über die Auswirkungen der Meditation statt. Dieses Buch ist eine Zusammenstellung von Erörterungen im Zeitraum von Oktober 1977 und Juni 1978. Muni Dulheraj hat dankenswerterweise die Aufgabe übernommen, aus diesen Erörterungen Texte zusammenzustellen, aus denen Muni Mahendra Kumar das vorliegende Buch erarbeitet hat, das nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich ist.

Meditation stellt den direkten Kontakt zum Selbst und zu allen Geschehnissen im Inneren her. Kenntnisse in Physiologie und Anatomie sind für die Wahrnehmung der einzelnen Körperpartien wichtig, damit wir jede Zelle mit unserem Bewusstsein aktivieren können. Ziel der Meditation ist die Aktivierung unseres Energiepotenzials.

Kenntnisse in Karmalehre sind für die Meditation ebenso wichtig wie für die Philosophie. Die Auflösung des Karma mithilfe der Meditation erzeugt Wellen der Erregung im Nervensystem, die man während der Meditation wahrnimmt und durch die bewusste Wahrnehmung auflöst, während man beispielsweise auf den Atem konzentriert bleibt.

Wir kennen die Macht der Gedanken, wissen aber nur wenig über die Kraft der Wahrnehmung. Das Denken ermüdet die Erkenntnisfähigkeit, während die Wahrnehmung sie energetisiert und aktiviert. Das wahrnehmende Bewusstsein ist Bestandteil unserer Natur. In welchen Teil des Körpers es auch eintritt, es regt den Strom der Lebensenergie dort an. Dieser Strom der Lebensenergie weckt die untätigen Bewusstseinszentren im Körper. Hierauf wird in diesem Buch noch näher eingegangen.

Marwar Ranavasa
August 15, 1982
Yuvacharya Mahaprajna

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