Geheimnisse des Geistes: Der Kampf um die Freiheit (2)

Veröffentlicht: 17.10.2012

Als die Schlacht unentschieden stand, wurde beschlossen, dass Bharata und Bahubali in einem Duell gegeneinander antreten sollten. Der Gewinner des Duells sollte auch zum Sieger der Schlacht erklärt werden. Eine Bedingung des Duells war, dass die Kontrahenten einander ohne zu blinzeln in die Augen sehen sollten. Wer zuerst blinzelte, hatte verloren. Auch in der Preksha Meditation gibt es eine Übung (Animesh Preksha), bei der man ohne zu blinzeln mit weit geöffneten Augen ein Objekt vorurteilsfrei fixiert.

Wenn wir nach innen schauen, erkennen wir, wie Zorn, Hochmut, Enttäuschung, Arroganz, Zu- und Abneigung, Begierde nach sinnlichen Freuden und geistige Verwirrung uns bewegen. Der spirituelle Aspirant muss nichts weiter tun als sie wahrzunehmen. Durch beständiges Wahrnehmen lösen sie sich von selbst auf. Die Wahrnehmungsmeditation ist eine mächtige Kraft. In ihr wenden wir unsere Willenskraft und Empfindungsfähigkeit an, meditieren über psychische Farben und die Färbungen der Seele, die Leshyas. All das macht einen immun gegen die Einflüsse von außen. So gesehen ist die Preksha Meditation auch eine mächtige Waffe. 

Der menschliche Geist ist ein Werkzeug mit weitreichendem Einfluss. Sogar über große Entfernungen hinweg kann man Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Die Kriege der Zukunft werden nicht auf geographischem, sondern wohl eher auf psychischem Gebiet stattfinden.

Auch der spirituelle Aspirant muss seine geistigen Kräfte entwickeln, damit er seinen Feinden nicht hilflos  ausgeliefert ist. Seine Feinde sind Täuschung und Ignoranz. Er muss an seiner geistigen Ausstrahlung, seiner Wahrnehmung und seiner Empfindungsfähigkeit arbeiten. Vor allem aber muss er das Selbst zur Grundlage seiner spirituellen Praxis machen. Das beugt Missverständnissen wirksam vor und beseitigt Zweifel.

Es gibt verschiedene Instrumente, um den Atem wahrzunehmen, aufzunehmen und zu messen. Doch können sie die Seele wahrnehmen, aufnehmen oder messen? Wie können wir dadurch die Seele erreichen, dass wir den Atem wahrnehmen? Wie können wir vom Körper auf die Seele schließen? Diese Fragen beunruhigen spirituelle Aspiranten.

Ein Reisender war in einer sehr dunklen Nacht unterwegs. Jemand hatte ihm eine kleine Laterne gegeben, damit er sich nicht verirrt. Er hatte noch eine lange Strecke vor sich, doch die kleine Laterne, die nur eine Reichweite von vier Metern hatte, leuchtete ihm auf dem ganzen Weg. Wer die Preksha Meditation richtig versteht, ist wie dieser Reisende. Er macht die Erfahrung, dass selbst ein kleines Licht mit geringer Reichweite letztendlich einen langen Weg beleuchten kann.

Man mag sich fragen, welcher Sinn darin liegt, den Atem wahrzunehmen, schließlich atmen wir 24 Stunden täglich. Sollten wir nicht besser etwas Neues wie ein Hochhaus mit Glasfassade wahrnehmen? Im Atemvorgang ist nichts besonderes. Derartige Fragen verwirren und bringen einen vom spirituellen Weg ab und man vergisst, dass es um die Verwirklichung des Selbst geht. Es braucht seine Zeit, bis man Erfolg hat. Manchmal dauert es das ganze Leben, ja, sogar mehrere Leben.

Man muss Vertrauen in den spirituellen Weg haben, bevor man voller Energie, Willenskraft und Entschlossenheit mit der spirituellen Praxis beginnt. Doch ohne Hingabe kann man keinen Erfolg in der spirituellen Praxis haben, denn es geht hier nicht um Argumente oder intellektuelle Leistungen. Ein unbedeutender Mensch kann groß werden durch seine Hingabe, und ein großer Mensch kann unbedeutend werden, wenn es ihm an Hingabe fehlt.

Quellen

Englischer Titel:
The Mysteries Of Mind

Redaktion:
Muni Mahendra Kumar

Herausgeber:
Jain Vishva Bharati Ladnun, India

2. Edition: 2002

Übertragung ins Deutsche:
2006 Carla Geerdes
2012 Überarbeitete Fassung
Carla Geerdes

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  1. Animesh Preksha
  2. Bahubali
  3. Leshyas
  4. Meditation
  5. Preksha
  6. Preksha Meditation
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