Geheimnisse des Geistes ► 23 ► Bildung einer neuen Persönlichkeit (1)

Verfasst: 29.10.2012

Preksha Meditation aktiviert den Körper und die Zentren des Bewusstseins in ihm. Sie unterstützt einen dabei, den Beobachterstatus gegenüber Ereignissen des eigenen Lebens einzunehmen, sie direkt wahrzunehmen und ihre innere Struktur zu verstehen.

Anupreksha (Kontemplation) stärkt die Reinheit des Herzens. Sie versetzt uns in die Lage, die Wirklichkeit ganzheitlich wahrzunehmen (grob- und feinstofflich) und die durch das Eingehen sozialer Beziehungen entstandene Entfernung zur eigenen Seele zu überwinden.

Konzentrationsfähigkeit stärkt unsere psychischen Energien.

Leshya Meditation ist eine Meditation, die sich auf die Schwingungen der Seele und die sich daraus generierenden Färbungen der Gedanken konzentriert.

Das zeitgenössische Denken basiert auf Logik und Argumenten. Beides fordert den Geist heraus, statt ihn zur inneren Wahrheit zu führen.    

Die menschliche Persönlichkeit wird durch 6 Faktoren bestimmt:

  • Geographische Faktoren
  • Erbfaktoren
  • Soziale Faktoren
  • Physische Faktoren
  • Psychische Faktoren
  • Parapsychische Faktoren (z.b. Telepathie und Hellsichtigkeit)

Das geographische Umfeld spielt eine wichtige Rolle bei der Formung der menschlichen Persönlichkeit. Kenntnis der geographischen Lage des Geburtsortes eines Menschen gibt Hinweise über Lebensweise und Gewohnheiten.

Erbfaktoren werden von den Eltern und den Großeltern weitergegeben. Sie bestimmen zu einem großen Teil die körperlichen Elemente der Persönlichkeit, wie Körperbau, Knochenstruktur und eventuelle Anfälligkeit für Krankheiten.

Soziale Faktoren beziehen sich auf die Gesellschaft, in die der Mensch hineingeboren wird. Durch ihre sozialen Konventionen bestimmt die Gesellschaft zu einem großen Teil die Kommunikation eines Menschen. Das gesamte Geben und Nehmen im Leben eines Menschen ist ein soziales Geben und Nehmen. Erscheinung und Kleidung werden von der sozialen Atmosphäre bestimmt, in der ein Mensch lebt.

Die physischen Faktoren der Persönlichkeit beziehen sich auf die körperlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten eines Menschen.

Die psychischen Faktoren tragen die gesamte Last aller bisher nicht genannten Aspekte der menschlichen Persönlichkeit wie Verantwortungsbewusstsein, Meinungsbildung, Glaubensvorstellungen. Sie bestimmen in einem gewissen Maß auch Grundsätze und Verhalten und entscheiden darüber, was vermieden werden sollte und was erwünscht ist. 

Die parapsychologischen Faktoren in der Persönlichkeit eines Menschen sind selten manifest und gehören zum Unbewussten. Daher können sie als unmanifestiert bezeichnet werden, bei manchen Menschen ihr Leben lang.

Die Entdeckung des Unbewussten war die revolutionärste Einsicht über die Konstitution der menschlichen Persönlichkeit. Jedes bewusste Geschehnis hat seine Wurzeln im Unbewussten. Dieser Entdeckung verdanken wir viele Erkenntnisse über uns selbst und die Welt. Vor dieser Entdeckung war man der Auffassung, dass alle Geschehnisse in Körper und Geist ausschließlich mentale und physische Ursachen haben. Die Psychologie veränderte unser Bild von uns und der Welt dahingehend, dass sich unsere unterdrückten Triebe sowohl in unseren Träumen, als auch in unseren bewussten Handlungen manifestieren. 

Seitdem wissen wir, dass es zwei Schichten des Geistes gibt, die bewusste und die unbewusste. Davon ist die unbewusste die weitaus mächtigere. Sie ist die Grundlage für all unsere Aktivitäten. Wir Jaina nehmen seit Jahrtausenden an, dass Karma der Ursprung all unserer Aktivitäten ist und Karma uns beherrscht und leitet. Wenn das in der Vergangenheit akkumulierte Karma in uns reif geworden ist, erzeugt es verschiedene Wirkungen. Die gesamte Persönlichkeit des Menschen wird vom Karma beeinflusst. Was die Psychologie die Manifestation unterdrückter Begierden und Bedürfnisse nennt, nennen wir das Reifen der Früchte des Karma. Beide Vorstellungen sind fast identisch miteinander.

Alle Ereignisse in unserem Leben finden unter Mitwirkung des feinstofflichen Bewusstseins und des feinstofflichen Körpers, insbesondere des Karmakörpers statt. Nennen wir das Ganze einmal Para-Psyche. Karma und Para-Psyche wirken wechselseitig aufeinander ein. Beispielsweise hat die Umgebung, in der sie leben, auf manche Menschen einen sehr starken Einfluss, auf andere hingegen einen geringen. Wie kommt es zu derartigen Unterschieden? Bei einer Deutung auf der Grundlage rein physikalischer Faktoren  bleiben viele Fragen offen, ohne Einbeziehung der Para-Psyche können wir sie nicht beantworten. Genauso ist es mit den Erbfaktoren. Die Vererbungslehre allein liefert uns keine allumfassenden Antworten. Im Leben jedes Menschen gibt es Dinge, die nicht ausschließlich mit physischen, sozialen und mentalen Aspekten erklärt werden können. Die Para-Psyche ist der Schlüssel zum Geheimnis des Lebens. 

Bewusst möchten wir meditieren, unbewusste Impulse hindern uns aber daran. Sie führen einen Zustand des Geistes herbei, welcher dem Meditieren diametral entgegengesetzt ist. Das geschieht auch, wenn etwas stattfindet, von dem wir nie wollten, dass es sich ereignet. Ein normaler, intelligenter Mensch verhält sich plötzlich in einer Weise, die allen sozialen Normen widerspricht. Es ist sehr schwierig, das von seinem sonstigen Wesen abweichende Verhalten eines intelligenten, rationalen Menschen zu erklären. Die Ursache dafür liegt in der Vergangenheit, im Unbewussten. Im Unbewussten sind alle vergangenen Ereignisse der gesamten Menschheit gespeichert. Im Zusammenhang mit unserer spirituellen Praxis ist wichtig, dass wir uns darüber klar sein müssen, dass wir nicht ans Ziel gelangen können, solange wir die Geister der Vergangenheit nicht gebannt haben. Erst wenn wir uns von ihnen befreit haben, können wir wirklich ein freies Leben führen.

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