Geheimnisse des Geistes ► 03 ► Entwicklung eines spirituellen Bewusstseins vom Selbst (4)

Verfasst: 07.09.2012

Der menschliche Körper besitzt zwei wundervolle Energien. Nehmen wir einmal das Beispiel von Lord Mahavira, er stand wie eine Statue und meditierte vier Monate lang ohne sich zu bewegen, zu sprechen, zu trinken oder zu essen. Er verjagte nicht einmal die Mücken, die sich auf seine Haut setzten. Es heißt sogar, er habe auf diese Weise ein ganzes Jahr lang meditiert.

Auch Bahubali stand ein ganzes Jahr lang ohne sich zu bewegen und meditierte solange, dass sich Pflanzen an ihm hochrankten. Für uns ist es schon schwierig, eine Stunde oder gar länger still zu stehen. Unterscheiden sich unsere Energien von denen Mahaviras und Bahubalis? Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie sich über das Ausmass ihrer Energien im klaren waren, während wir unseres nicht kennen. Wir haben den Kontakt zu unseren Energien und unserem Bewusstsein verloren. Sie kannten eine Methode ihre Energien zu entwickeln, doch wir kennen sie nicht. Deshalb kommt es uns merkwürdig vor, dass Mahavira vier Monate und Bahubali ein Jahr lang still stehen konnten. Wir könnten das auch, wenn wir es trainieren würden. Das ist das Geheimnis, wie man durch angewandte Spiritualität Energien gewinnen kann. 

Manche Menschen haben eine Gelassenheit entwickelt, die dazu führt, dass sie sich selbst von den widrigsten Umständen nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Sie nehmen wahr was geschieht, doch lassen sie sich von den Geschehnissen nicht beeindrucken und behalten trotz allem einen klaren Kopf.

Selbstvertrauen ist eine Manifestation spiritueller Energien. Spirtuell orientierte Menschen nehmen nicht gern die Hilfe anderer in Anspruch. Die daraus entstehende Abhängigkeit lenkt ihre Aufmerksamkeit mehr auf die sozialen Beziehungen als auf ihr spirituelles Selbst.

Ein Hindernis für die spirituelle Ausrichtung im Leben ist der Mangel an Geduld. Viele Menschen erwarten sofort einen Erfolg, wenn sie sich anstrengen. Am liebsten wüssten sie vorher, welches Ergebnis sie mit ihren spirituellen Bemühungen erzielen können. Von einem Ergebnis spiritueller Bemühungen kann keine Rede sein, solange man sie nicht eine ganze Weile praktiziert hat. Doch wer sich schwach fühlt und Belohnungen braucht, fängt an zu schwanken und gibt schliesslich auf.

Spirituelle Stärke zeigt sich in Selbstdisziplin und in Duldsamkeit im Sinne von Nachsichtigkeit. Wirft man einen Stein in einen Brunnen, gerät seine Wasseroberfläche in Bewegung. Es gibt unzählige Menschen, die Steine in den Brunnen des Lebens werfen und damit nur seine Oberfläche in Bewegung bringen. Wer auf dem spirituellen Weg ist, sollte sich durch nichts irritieren und abbringen lassen.

Ausgeglichenheit und Geduld sind Manifestationen spiritueller Stärke. Diese Stärke gilt es zu entwickeln, damit uns nichts mehr aus dem Gleichgewicht bringen kann. Die verschiedenen Formen spiritueller Stärke bilden einen Schutzschild um das Bewusstsein, mit dem es uns gelingt seine Reinheit zu bewahren.

Wenn wir uns darum bemühen, unser Ziel auf die richtige Weise zu erreichen, können wir unsere Reise zu unendlichen Energien verkürzen.

Welche Mittel können wir einsetzen?  Hier einige Vorschläge aus dem Tanmurti Yoga.

Es gibt zwei Arten der Meditation:

  • Meditation über die eigene Form
  • Meditation über eine andere als die eigene Form

Zuerst muss man sich darüber klar sein, was man erreichen möchte. Wer einen Zustand anstrebt, in dem die Leidenschaften schweigen, sollte die Meditation über die eigene Form wählen. Keine andere Meditation ist zur Erreichung dieses Ziels geeignet. Meditation über die eigene Form dient der Reinigung des Bewusstseins und führt dazu, dass der Meditator leuchtet, als habe man eine Lampe auf seinem Kopf angebracht. Dieses Leuchten zeigt dem Meditator die Reinheit seines Bewusstseins.

Die in der Meditation generierte Energie wird auf das von dem Meditator gewählte Ziel gerichtet, sei es Geisteskraft, Sprache oder Sinnesorgane. Man muss wissen, was man erreichen möchte, weil ein Ideal keine Form hat.

Der Meditator konzentriert seinen Geist auf die Erzeugung eines symbolisches Bild des von ihm angestrebten Ideals. Bahubali ist beispielsweise ein Symbol für ideale physische Stärke. Hat der Meditator das Bild Bahubalis in seinem Geist erzeugt, meditiert er über dieses Bild. Zwischen dem Meditierenden und dem angestrebten Ideal gibt es eine Distanz, die zu überwinden Ziel der Meditation ist. Wird der Meditierende schliesslich von dem symbolischen Bild absorbiert, wird er dadurch in das Ideal transplantiert und IST Bahubali. Die Verschmelzung mit dem Ideal bewirkt, dass dem Körper gewaltige Energien zufliessen.

Grundlegende Voraussetzung für diese Art der Meditation ist die völlige Entspannung und Stilllegung des Körpers im Kayotsarga. Die Körperfunktionen werden allmählich verlangsamt, bis der Körper wie leblos wirkt. Dieser Prozess allein kann sich über mehrere Stunden hinziehen.

Die zur Erreichung des Ziels nötigen Aktivitäten können folgendermaßen zusammengefasst werden:

  1. Eine Entscheidung über das Ideal treffen
  2. Ein symbolisches Bild des Ideals im Geist erzeugen
  3. Die gesamte während der Meditation generierte Energie auf das Ideal richten  
  4. Verschmelzung mit dem Ideal und Energiegewinn

Auf diese Weise kann man mentale, sprachliche oder physische Energie entwickeln. Die hier beschriebene Methode kann auch zur Entwicklung spiritueller Energie oder yogischer Fähigkeiten angewandt werden. Es gibt keine festen oder ausschließlichen Richtlinien. Manchmal erzielen Menschen Erfolg ohne Beachtung irgendwelcher wie auch immer gearteter Regeln.  

Teile diese Seite auf: