Meditieren - warum? ► 07 ► Zeitmanagement & Preksha Meditation (1)

Verfasst: 15.12.2012

Der Mensch verrichtet die unterschiedlichsten Arbeiten. Er führt sie zwar selbständig durch, doch haben verschiedene Faktoren Einfluss auf seine Arbeitsergebnisse. Ist er gut motiviert, arbeitet er gut, sind jedoch die Voraussetzungen ungünstig, muss er sich auf Hindernisse einstellen. Im Bhagwati Sutra des Jaina Kanons [Mahavira beantwortet darin ca. 36 000 Fragen zu Seele und Materie] werden fünf instrumentelle Ursachen für Hindernisse genannt:

  • Ursachen unter dem Aspekt der Substanz (Dravya Karan)
  • Ursachen unter dem Aspekt des Raumes (Kshetra Karan)
  • Ursachen unter dem Aspekt der Zeit (Kaal Karan)
  • Ursachen unter dem Aspekt der Emotionen (Bhaav Karan)
  • Ursachen unter dem Aspekt der Existenz (Bhav Karan)

Substanz, Raum, Zeit, Emotion und Existenz sind Aspekte, in denen Zeit eine wichtige Rolle spielt. Zeit und Handlungen sind unlösbar miteinander verknüpft. Wie nutzen wir unsere Zeit am besten? Die Erde dreht sich um die Sonne. Hat sich die Erde in 24 Stunden einmal um die eigene Achse gedreht, war es einmal Tag und einmal Nacht. Zuerst sollten wir uns Gedanken über die Einteilung unseres Tagesablaufs machen, damit wir unsere Zeit nicht vergeuden. Das Erstellen eines Zeitplanes ist Voraussetzung für den Erfolg einer jeden Arbeit. Die wichtigsten Überlegungen in diesem Zusammenhang sind natürlich, wann man aufstehen und wann man sich schlafen legen sollte. Beides hat seine eigene Zeit. Viele sagen, dass der Morgen dann beginnt, wenn man aufwacht. Das ist in Ordnung, aber es gibt darüber hinaus eine optimale Zeit zum Aufwachen, was durch die Kombination von Erfahrung mit Intuition herausgefunden wurde. Die Zeit zwischen 04:00 und Sonnenaufgang ist die optimale Zeit zum Aufwachen, in Indien heißt diese Zeitspanne Brahma Muhurt. Wissenschaftlich gesehen ist dies die Zeitspanne, in der die Zirbeldrüse das Hormon Serotonin ausschüttet, das für uns Menschen unter vielerlei Aspekten sehr wichtig ist. Doch gegenwärtig ist es schwierig, zwischen 04:00 und Sonnenaufgang aufzuwachen, weil sich der Lebensrhythmus geändert hat und die meisten Menschen erst gegen Mitternacht oder später zu Bett gehen. Doch wer ein erfolgreiches, angenehmes und friedliches Leben führen möchte, sollte zwischen 04:00 und 05:00 seinen Tag beginnen. Das ist sehr gut für das körperliche und seelische Wohlbefinden.

Einschlafen sollte man gegen 22:00 Uhr. Wer sich an diesen Ablauf hält, wird erleben, dass die Tage und Nächte sehr angenehm verlaufen, denn man hat weder mit Schlafstörungen, noch mit Motivationshemmungen zu kämpfen. Viele Menschen beklagen sich, dass sie nicht tief und fest schlafen, viel träumen und sich deshalb morgens nicht frisch und munter fühlen. Auch der Schlaf hat seine eigene Zeit, die von unserer biologischen Uhr bestimmt wird. Richten wir uns nicht nach deren Vorgaben, müssen wir uns auf Probleme einstellen. Alles hat seine spezielle Zeit. In den Agamas heißt es: „Jede Tätigkeit zu ihrer Zeit.“ Das gilt auch für Essen und Trinken. Betrachtet man seinen Tagesablauf unter gesundheitlichen Aspekten, gibt es für die Einteilung der Zeit im Tagesplan vier wichtige Faktoren:

  • Schlafen
  • Wachen
  • Essen
  • Trinken

Der Mittag ist, wie schon der Name sagt, die beste Zeit für das Mittagessen, denn unsere biologische Uhr weist die Leber um die Mittagszeit an, ihre Verdauungssekrete auszuschütten. Wenn es nichts zu verdauen gibt, hat die Leber ihre Sekrete umsonst ausgeschüttet. Das hat Folgen, die auf lange Sicht zu gesundheitlichen Störungen führen können. Auch die erste Mahlzeit am Morgen kann zum gesundheitlichen Problem werden, wenn man zuviel und zu reichhaltig isst. Vor einiger Zeit suchten uns zwei Ernährungswissenschaftler aus Bangalore auf, weil sie ein Seminar über Ernährung vorbereiteten, das sich auch mit der Frage auseinandersetzen sollte, ob man spätabends essen sollte oder nicht. Sie kamen deshalb zu uns, weil eine der Regeln im Jainismus besagt, dass man abends oder nachts, also während es dunkel ist, nichts essen soll. Sie wollten den Grund für diese Regel wissen. Wir erklärten ihnen, dass es dafür nicht nur den spirituellen Grund der Gewaltlosigkeit (Ahimsa) gibt, sondern auch gesundheitliche Gründe. Unser Verdauungssystem ist eng an das Sonnenlicht gekoppelt. Es arbeitet am Tag und stellt nach Sonnenuntergang seine Arbeit ein, weshalb das spätabends oder nachts genossene Essen nicht sofort verdaut werden kann. Aktivität und Inaktivität des Verdauungssystems sind deshalb mit der Sonne verknüpft, weil nach Sonnenuntergang die Temperaturen sinken. Sinkende Temperaturen rufen Schläfrigkeit hervor, nachts sind wir biologisch gesehen träge  und inaktiv. Wenn die Temperaturen vormittags ansteigen, aktiviert die zunehmende Wärme unser Verdauungssystem.

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