Meditieren - warum? ► 05 ► Veränderung des Charakters & Preksha Meditation (2)

Verfasst: 10.12.2012

Wie nun sind spirituelle Praxis und Abwerfen des Karma mit dem Lösen karmischer Verknüpfungen verbunden? Wenn jemand fastet, ist das zwar eine physische Handlung, doch die durch das Fasten in Gang gesetzten Vibrationen wirken so nachhaltig auf den Karmakörper, dass dieser die Karmapartikel abwerfen kann. Manche Menschen können sehr leicht fasten, während andere ständig mit quälenden Hungergefühlen zu kämpfen haben. Die Frage stellt sich, wer die karmischen Verknüpfungen erfolgreicher lösen kann. Wer nun meint, dass man mehr erreicht, wenn man sich plagt, irrt. Wer ewige Glückseligkeit anstrebt, muss seinen Körper nicht dorthin quälen. Mir erscheint es widersinnig, ewige Glückseligkeit über körperliche Qual erlangen zu wollen. Glück kann nur erreicht werden, wenn man glücklich ist.

Wer sich mit dem Vorhaben des Fastens identifiziert, erzeugt intensive Vibrationen, ohne sich quälen zu müssen. Wer sich nicht mit dem Fasten identifiziert, erzeugt weniger intensive Vibrationen. Alles hängt davon ab, mit welcher Kraft die Vibrationen erzeugt werden. Starke Vibrationen erreichen das Allerinnerste und vertreiben mit ihrer Intensität die dort festsitzenden Karmapartikel. Preksha Meditation ist grundlegend auf zwei Perspektiven fokussiert, die Seele von Karmapartikeln zu reinigen und zu verhindern, dass neue Karmapartikel einströmen. Beide Vorgänge sind miteinander verknüpft. Ist das Abwerfen von Karma gelungen, kann auch das Einströmen neuen Karmas verhindert werden. Gelingt ersteres nicht, stellt allein schon dieses Misslingen das zweite in Frage. Verbale Versprechen vermögen weder das eine, noch das andere.   

Für unser Vorhaben, unser Wesens neu zu gestalten, sind wir auf tatkräftige Unterstützung angewiesen. Diese bekommen wir durch Autosuggestionen im Kayotsarga, wenn unser Körper entspannt ist. Autosuggestionen reichen bis in die Tiefen des Unbewussten, dessen Vibrationen den Karmakörper stimulieren. Geeignete Autosuggestionen liegen in Form von zwanzig standardisierten Kontemplationen (Anuprekshas) vor, beispielsweise über Furchtlosigkeit, Toleranz, Vergänglichkeit etc. Anuprekshas sind als Vorlagen für individuelle Varianten sehr gut geeignet. Nach zwanzig Jahren Entwicklungszeit werden sie seit mehr als dreißig Jahren in Preksha Meditationscamps vermittelt und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praktiziert. Ich habe selbst erlebt und erfahren, wie sehr diese Technik die Transformation voranbringt.

Manchmal beklagen sich Menschen bei mir, dass sie es nicht schaffen sich zu ändern, obwohl sie es sich vorgenommen haben. Stattdessen handeln sie immer wieder so, wie sie es eigentlich nicht mehr wollen. Zuerst sollte man wissen, wann ein Entschluss gefasst und auch realisiert werden kann. Drei Situationen sind dafür geeignet: In der Entspannung des Kayotsarga, unter Hypnose, im Schlaf.

Die Entspannung im Kayotsarga ist eine gute Ausgangssituation für Autosuggestionen. Hat man zwanzig Minuten Zeit für Kayotsarga geplant, sollten zehn Minuten für die Entspannung und zehn Minuten für die Autosuggestion verwendet werden. Wenn man entspannt ist, wird Autosuggestion sehr gut vom Gehirn angenommen und sofort dem Karmakörper übermittelt. Auch im Hypnosezustand nimmt man leicht Suggestionen an, weil das Unterbewusstsein in der Hypnose direkt angesprochen wird.  Nur wenn die Autosuggestionen auch das Unterbewusstsein erreichen, kann die Transformation erfolgen. Viele Menschen unternehmen Pilgerfahrten zu heiligen Stätten und kehren mit einem Paket guter Vorsätze zurück. Doch sobald sie wieder in ihrem Alltag sind, haben sie alle guten Vorsätze vergessen. Warum? Der Eindruck, den sie mit ihren guten Vorsätzen im Bewusstsein hinterlassen, ist nur temporär, weil er nicht bis in das Unterbewusstsein reicht.

Häufig kommen Menschen mit langen Listen zu mir und bitten mich darum, sie dabei zu unterstützen, das Aufgelistete an sich zu ändern. Ich halte davon nicht viel und rate ihnen, unermüdlich an der Realisierung ihrer Transformation zu arbeiten. Viele Menschen haben schon zu oft beschlossen, diese oder jene Handlungen niemals in ihrem Leben wieder auszuführen. Niemand weiß, ob und wie solche  Vorhaben eingehalten werden können. Meiner Auffassung nach ist das einfach nicht der richtige Weg zur Transformation. Die richtige Vorgehensweise ist aus meiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg, weil sonst alles nur Show bleibt.

 

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