Meditieren - warum? ► 02 ► Emotionale Gesundheit & Preksha Meditation (1)

Verfasst: 30.11.2012

Premierminister Chanakya am Hofe des Herrschers Chandragupta Maurya, auch bekannt unter dem Namen Kautilya, schildert im Arthashastra, dem Staatsrechtslehrbuch des Alten Indien, verschiedene Strategien zur Belagerung von Feinden und wie sich die Truppen am besten während der Schlacht zu einer bestimmten Anordnung formieren können. Auch gegen das Mohaniya Karma der Täuschung und Irreführung müssen wir strategisch vorgehen, denn es benutzt eine eigene Strategie, mit der es unsere Erkenntnisfähigkeit verschleiert. Preksha Meditation unterstützt die Auflösung des Mohaniya Karma und befreit den Geist aus den Fallstricken, in die er getappt ist. Die Strategie der Täuschung und Irreführung unseres Bewusstseins wird hauptsächlich vom Ego und der Zuordnung „mein“ bestimmt.

Das Ego suggeriert: „Ich bin reich, ich bin gelehrt, ich bin eine bedeutende Führungskraft, usw.“. Das „mein“ zeigt sich in „mein Haus, mein Auto, mein Wohlstand, meine Familie“. Je mehr sich „Ego“ und „mein“ ausprägen, desto mehr gerät der Mensch in Probleme und Nöte. Deshalb suchen wir die Quelle von „Ego“ und „mein“, damit wir sie überwinden und über sie hinausgelangen können. „Ego“ und „mein“ haben in den Bewertungen von Zuneigung und Abneigung ihre treuesten Verbündeten. Die Quelle, aus der sie alle sich speisen, ist das Mohaniya Karma. Sind wir von jemandem angetan, binden wir uns durch Zuneigung. Lehnen wir jemanden ab, binden wir uns durch Abneigung. Zuneigung, besonders aber Abneigung schaffen sich ihre eigene Welt. Zorn, Stolz, Täuschung, Gier, auch Angst, Abscheu, Lust und Kummer gehören dazu. Sie trüben die Klarheit des Bewusstseins und malen die Welt in Farben, die Nuancierungen von Zorn, Stolz, Täuschung, Gier usw. sind. Schauen wir durch ein gefärbtes Glas, erscheint die ganze Welt in der Farbe des Glases. Ein getrübtes Bewusstsein begünstigt die innere Unausgeglichenheit nicht nur, sondern vermehrt sie sogar. Sie manifestiert sich in permanenter Aktivität von Körper, Sprache und Geist.

Preksha Meditation wirkt auf die Welt der Emotionen ein. Dort, nicht im Geist, liegt die Ursache für all unsere Schwierigkeiten. Jede Erkenntnis ist abhängig von der Welt der Emotionen. Emotionen beherrschen den Geist und richten ihn entsprechend aus. Geist, Sprache und Körper sind unsere von Emotionen gesteuerten Kommunikationsstrukturen mit der Außenwelt. Das wird deutlich in Anbetracht der Resultate von Zuneigung oder Abneigung. Diese lösen Aktivitäten in Form von geistigen, sprachlichen oder körperlichen Reaktionen aus. Spiritualität bedeutet meiner Auffassung nach, über die Welt der Emotionen Bescheid zu wissen und sie zu meistern.

Geist, Sprache und Körper sind ausführende Organe und aktive Elemente der Emotionen. Der Geist ist zudem ein aktives Element der Außenwelt. Er ist von großer Bedeutung, aber nur, wenn die emotionale Welt auch berücksichtigt wird. All unsere Bemühungen zielen weniger auf den Geist, als auf die Lösung unserer emotionalen Probleme. Emotionale Ausgeglichenheit ist die Grundlage für mentale und physische Gesundheit. Jegliche Beeinträchtigung des emotionalen Systems führt zu mentalen und körperlichen Störungen. Durch ihren Bezug auf die Emotionen unterscheidet sich die Methode der Preksha Meditation von anderen Meditationssystemen, die sich vorrangig auf den Geist beziehen. Preksha Meditation wurde speziell als Methode entwickelt, das emotionale Gleichgewicht herzustellen und die Emotionen zu verfeinern.

Es leuchtet ein, dass der Geist im Labyrinth der Emotionen nicht im Vordergrund steht. Zuerst kommen „Ego“ und „mein“, dann Zuneigung oder Abneigung,  dann die Aktivitäten des Geistes, und schließlich die der Sprache und des Körpers. Um zu begreifen, was Emotionen überhaupt sind, müssen wir uns darüber im Klaren sein, wie sie  entstehen. Emotionen entstehen durch Schwingungen des Bewusstseins. Der die Seele begleitende Karmakörper wird von den ständig vibrierenden subtilen Karmapartikeln, aus denen er gebildet wird, in Schwingungen versetzt. Die Schwingungen des Karmakörpers werden vom Energiekörper empfangen, der sie zum Gehirn weiterleitet. Im Hypothalamus werden die empfangenen Schwingungen in Emotionen transformiert. Die Emotionen wiederum beherrschen den Geist. Daher zielt Preksha Meditation auf Verfeinerung und richtigen Gebrauch der Emotionen.

Emotionen sind entweder positiv-aufbauend oder negativ-zerstörerisch. Diese beiden treffen auf den Geist als positive und negative emotionale Ströme. Der Geist ist neutral, also sowohl positiv, als auch negativ. Ob er sich positiv oder negativ ausrichtet, hängt ab vom ihn beherrschenden Strom der Emotionen. Von negativen Emotionen beherrscht, wird er negativ ausgerichtet, von positiven positiv.

Der Geist existiert nicht für sich allein. Sehen wir die Rotoren des Ventilators sich drehen, bewegen sie sich nicht aus eigener Kraft. Ihr Motor wird durch Elektrizität angetrieben. Schalten wir den Strom ein, führen wir ihm die Kraft zu, die er zur Ausführung der Bewegung braucht. Genauso funktioniert der Geist. Der Strom der Emotionen liefert ihm den nötigen Antrieb für seine Bewegungen. Besteht der Strom der Emotionen überwiegend aus positiven Empfindungen, sind die Aktivitäten des Geistes in ihrer Ausrichtung auch positiv. Ist der Strom der Emotionen überwiegend negativ gepolt, sind es die Aktivitäten des Geistes ebenso.

Gehen wir diesem Phänomen auf den Grund. Erreichen negative Schwingungen den Geist, aktivieren sie ihn für Handlungen wie Gewaltausübung, Diebstahl und Betrug. Auch Sprache und Körper werden davon beeinflusst. Übt jemand Gewalt aus, bindet er Karma. Karma ist die Ursache für den Kreislauf der Wiedergeburten. Die Wiederverkörperung ist die Ursache für die Formung eines Körpers und seiner Sinne. Die Sinne erhalten Informationen aus der Außenwelt, welche positive oder negative Emotionen hervorrufen. Diese wiederum binden Karma, welches den Zyklus der Wiederverkörperung in Gang setzt. Das ist das Labyrinth des Karma der Irreführung und Täuschung. Damit wir uns aus dieser Falle befreien können, müssen wir erkennen, was uns immer wieder hineintappen lässt. Das sind die Emotionen. Wir müssen unsere negativen Empfindungen meistern lernen und unsere positiven hegen.

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