04.01.2014 ►Delhi - Jaipur ►Vorabend Der Konferenz

Verfasst: 20.02.2014

Am folgenden Tag wollten wir gemeinsam mit Swami Dharmananda mit dem Zug nach Jaipur fahren. Die Veranstalter der 8. Internationalen Konferenz über Frieden und gewaltloses Handeln (8. ICPNA) hatten alle Teilnehmer darum gebeten, bereits am Vorabend der Konferenzeröffnung rechtzeitig zu einem gemeinsamen Abendessen in Jaipur einzutreffen. Nicht ohne die Unterkunft als „ghandiesk“ zu bezeichnen, was sich als sauberes Zimmer mit angrenzendem Bad und guter Matratze herausstellte. Anders als geplant, kam unser Freund Swami Dharmanandji  nicht mit nach Jaipur. Ein Krankheitsfall in der Familie erforderte seine Anwesenheit in Delhi. So machten wir uns ohne ihn mit 2 weiteren Konferenzteilnehmern aus London auf den Weg zur uns vom letzten Jahr her noch gut bekannten Bahnstation Delhi Cantt.

2014.01.04 Delhi Kent Railway Station 2932

V. l. n. r.: Ashok Gudka, Navrathan Jain, Carla Geerdes, Graham Peebles
auf dem Bahnsteig

2014.01.04 Delhi Kent Railway Station 2936

Die Zeit verging wie im Fluge bei angenehmen Gesprächen,
v. l. n. r.: Graham Peebles, Ashok Gudka, Navrathan Jain, Carla Geerdes

2014.01.04 Delhi Kent Railway Station 2938

Werden hier gerade die Schienen geputzt?


Die Entfernung zwischen Delhi und Jaipur beträgt 274 km. Der Zug sollte um 09:38h für 3 Minuten in Cantt. halten, doch eingedenk möglicher Verkehrsstaus kam das Taxi schon gegen 08:00h, und wir vier, Ashok Gudka und Graham Peebles aus London und wir beide, machten uns auf den Weg. Nicht ohne uns zu fragen, was wohl diesmal passieren würde. Navrathan war wieder beauftragt worden, uns zu begleiten und wirkte ein bisschen genervt, wenn wir ihn wiederholt danach fragten, wo denn der Waggon halten würde, in dem unsere Sitzplätze reserviert waren. Er hatte ja keine Ahnung von dem, was uns letztes Jahr passiert war (12.02.2013 ►Delhi - Balotra). Doch hier lag diesmal nicht das Problem. Unsere neuen alten Freunde, Ashok Gudka kennen wir seit vielen Jahren, und mit Graham Peebles wurden wir schnell gut Freund, hatten allerdings Sitzplätze in einem anderen Waggon, was zuerst kein Problem schien. In Gurgaon gesellte sich wie geplant Prof. Viney Jain zu uns, und die Fahrt verlief sehr unterhaltsam. Der Anblick der bereits in voller Blüte stehenden Rapsfelder tat nach dem Berliner Grau besonders wohl.

2014.01.05 8th ICPNA 3062 

Dieses freundliche Willkommen fiel uns ins Auge.

2014.01.04 Jaipur - 8th  ICPNA 2951 

Hier waren wir untergebracht.

Bei der Ankunft in Jaipur (nach 5 Stunden, um 14:40h) kam leider eine Tasche abhanden, in der auch wichtige Medikamente waren. Diese allerdings konnten durch die tatkräftige Unterstützung unserer Freunde, Familie Bothra, innerhalb sehr kurzer Zeit wieder beschafft werden. Zwar waren die Ankunft in Jaipur sowie das Einchecken in die Unterkünfte im Anuvibha Bhawan von dem Verlust der Tasche überschattet, doch sonst verlief alles problemlos. Außer einer frisch gestrichenen, Farbe abgebenden Zimmertür und von der Renovierung verbliebenen Schutthaufen in zwei Zimmern war die Ankunft in Jaipur nichts, das nicht nach kurzer Zeit in Ordnung gebracht werden konnte. Die Tür war nur zum Flur hin gestrichen worden und nach 3 Tagen trocken, das Zimmer sollte erst noch renoviert werden. Die bereits renovierten Zimmer waren nach 3 Stunden bezugsfertig.

2014.01.04 Jaipur - 8th  ICPNA 3056 

Kritischer Blick vor dem Abflug.

2014.01.04 Jaipur - 8th  ICPNA 3051 

Lieber ein Bein verstecken, man weiß ja nie.

2014.01.05 8th ICPNA 3061 

Unser Gegenüber...

2014.01.05 8th ICPNA 3063 

sah Anuvibha Bhawan so.

Sogar zu essen gab es, was die Zeit bis zum Abendessen für unsere hungrigen Mägen leichter verstreichen ließ. Jedes Zimmer hatte einen Balkon, von dem aus man entweder die Straße oder ein soeben fertiggestelltes Hochhaus mit spiegelnder Fassade sah. Die Straßenaussicht war allerdings auch mit Lärm verbunden. Normalerweise waren die Balkone Abflugstationen der ortsansässigen Tauben und anderer Vögel, die sich von uns für ihre Flugkünste bewundern ließen. Das Bewundern dauerte nicht allzu lange, dann fielen uns die Augen zu. Als wir von ungewohnten Geräuschen geweckt wurden, war es bereits dunkel, und das Abendessen nicht mehr weit.

In einem Gebäude des Anuvibha Bhawan rechts vom Haupteingang befindet sich eine große Versammlungshalle, zu der einige Stufen hinaufführen. Je nach Art der Versammlung kann diese Halle mit Stühlen versehen werden oder es werden teppichartige Decken ausgebreitet, wenn die Zuhörer auf dem Boden sitzen, was zum Beispiel bei religiösen Veranstaltungen der Fall ist. Während der Konferenz fanden hier alle Plenumssitzungen statt, und im rückwärtigen Teil wurden alle Mahlzeiten auf einem sehr einladenden Buffet aufgetragen. An diesem Vorabend der Konferenz wurden alle Teilnehmer gebeten, sich hier zu versammeln und zu registrieren. So war jeder schon mit den Örtlichkeiten vertraut und wusste, wo es am nächsten Morgen hinging. Während Dr. S.L. Gandhi alle formvollendet begrüßte und seine Freude darüber ausdrückte, dass so viele Teilnehmer (ca. 70) aus drei Kontinenten seiner Einladung zur Konferenz gefolgt waren, wurde im Freien vor der Halle schon das Buffet für das Abendessen aufgebaut.

So konnte man die Gelegenheit sich kennenzulernen mit dem Abendessen verbinden und Gedanken austauschen. Es war ja bereits die 8. Konferenz zum Thema Frieden und für viele, uns eingeschlossen, die erste Konferenz dieser Art. Deshalb näherten sich die Gespräche auch schnell der Frage, was man von der Konferenz erwartet. Niemand konnte direkt darauf antworten angesichts eines Themas, das seit Menschengedenken leider nichts an Aktualität verloren hat. Wir kamen trotzdem nicht allzu spät ins Bett, denn draußen war es doch recht frisch. Tagsüber waren es ca. 20°C, doch bei Einbruch der Dunkelheit sanken die Temperaturen schnell auf 8°C ab. 

Bilder: 2014.01 HN4U ►Delhi - Jaipur

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