Foodwatch ►"Denn sie wissen nicht was sie tun!"

Veröffentlicht: 01.02.2013
Aktualisiert: 02.04.2013
foodwatch - die essensretter
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Meine Einschätzung: Die Deutsche Bank macht rücksichtslos Geschäfte auf Kosten der Ärmsten.

Hallo und guten Tag, 01.02.2013

Jetzt Förderin/Förderer werden!alle fünf Sekunden stirbt auf diesem Erdball ein Kind unter 10 Jahren an Hunger!

Es gibt viele Ursachen für diese Tragödie. Die meisten sind – das ist die traurige Wahrheit – menschengemacht. Dazu zählt auch die Spekulation von Banken und Versicherungen mit Agrarrohstoffen. In unserem Report „Die Hungermacher – wie Deutsche Bank, Goldmann Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Lebensmitteln spekulieren“, haben wir unsere Kritik ausführlich begründet. Weil mein Team und ich derartige Geschäfte unerträglich finden, kämpfen wir seit über einem Jahr gegen das gewissenlose Zocken.

Die HungermacherIn meinem letzten Newsletter habe ich Ihnen aus Brüssel berichtet. In der EU-Hauptstadt versuche ich mit zahlreichen anderen Organisationen auf die Verhandlungen zur Regulierung der Rohstoffbörsen Einfluss zu nehmen. Heute wende ich mich aus einem anderen Anlass an Sie: Eine der größten und wichtigsten Banken der Welt, die Deutsche Bank, hat verkündet, weiterhin an den Rohstoffbörsen mit Lebensmitteln zu spekulieren. Wie stark diese Entscheidung auf purem Profitstreben beruht, zeigt schon die Tatsache, dass sich die Bank nicht einmal die Mühe macht, diese weitreichende Entscheidung ausführlich zu begründen – auch gestern nicht, als sich der Vorstand auf seiner jährlichen Bilanzpressekonferenz den Fragen von Journalisten stellte. Vor Jahresfrist versprach die Bank noch, eine „umfassende Studie“ zu den Auswirkungen ihrer Finanzprodukte vorzulegen, um auf dieser Basis eine Entscheidung treffen zu können. Diese Studie – falls sie denn existiert – haben wir nie gesehen.

Außerdem schrieb uns der damalige Vorstandschef, Josef Ackermann: „Kein Geschäft der Welt ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen“. Dass die Bank sich damit selbst entlarvt, war uns schon damals klar, denn eigentlich hätte es heißen müssen: „Kein Geschäft der Deutschen Bank ist es wert, ein Menschenleben aufs Spiel zu setzen."

Offensichtlich schert sich die Deutsche Bank nun auch nicht mehr um ihren „guten Ruf“. Es zeigt sich jetzt in aller Deutlichkeit, dass der von den Ackermann-Nachfolgern versprochene „Kulturwandel“ nichts anderes ist als ein PR-Manöver.

Obwohl die Entscheidung der Deutschen Bank nicht ausführlich begründet wird (was allein schon einen Skandal darstellt) lässt die kurze Begründung dennoch erkennen, wie zynisch die Großbank vorgeht. Jürgen Fitschen erläuterte, es gäbe „kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung, die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten sei für Preissteigerungen oder erhöhte Preisschwankungen verantwortlich“. Dieser klägliche Rechtfertigungsversuch ist demaskierend. Denn „kaum“ Belege sind nicht „keine“ Belege. Und letztlich müssten auch die hartgesottenen Deutsche-Bank-Banker verstehen, dass schon EIN durch Agrarspekulation verlorenes Menschenleben ein Menschenleben zu viel ist und zum sofortigen Ausstieg aus diesem Geschäft führen müsste.

Deutsche BankMit dieser Entscheidung nehmen die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen den Hungertod Hunderttausender Menschen billigend in Kauf. Der Ernährungswissenschaftler Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim schreibt: „Selbst eine nur kurzfristige Lebensmittelknappheit durch steigende Preise oder Dürren kann bei chronisch unterernährten Kindern fatal sein“.

Herr Jain, Herr Fitschen, wissen Sie eigentlich was sie da tun?

Würde die Deutsche Bank nur einen Funken moralischer Verantwortlichkeit zeigen, würde sie das volkswirtschaftlich sinnlose und schädliche Zocken mit Lebensmitteln sofort einstellen und an den Rohstoffbörsen nur investieren, wenn sie die UNSCHÄDLICHKEIT ihres Tuns belegen könnte. Anstatt von den Kritikern immer neue Nachweise für die Schädlichkeit zu verlangen!

Liebe Unterstützer von foodwatch, ich weiß, das Verhalten der Deutschen Bank ist frustrierend und deprimierend zugleich. Trotzdem sage ich: Jetzt erst recht! Nur wenn wir der Deutschen Bank und den anderen unverbesserlichen Finanzjongleuren zeigen, dass wir nicht aufgeben, dass wir die Mehrheit der Bürger und Verbraucher hinter uns haben, haben wir auch eine Chance! Aber dazu brauchen wir einen langen Atem – und Ihre Unterstützung als Förderer/Förderin von foodwatch. Und ich kann Ihnen versichern: Ich bin zorniger als jemals zuvor. Deshalb werde ich weiter dagegen kämpfen, dass die – jedes Gebot der Menschlichkeit ignorierenden – Deutsche-Bank-Banker ihr perfides Spiel weiterspielen können.

HungerDiesen Kampf können wir nur erfolgreich führen, wenn Deutsche Bank, Allianz & Co. realisieren: Wir, die Bürger und Verbraucher, nehmen es nicht länger hin, dass Finanzspekulationen zu Lasten der Gesundheit und des Lebens von Menschen gehen. Deshalb meine Bitte: Schließen Sie sich uns an! Protestieren Sie mit uns gegen die Deutsche Bank und die Finanzlobby! Fordern Sie mit uns ein Ende der Spekulation mit Nahrungsmitteln! Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch! Je mehr wir sind, desto lauter ertönt unsere Stimme – und umso weniger können unsere Politiker diese Stimme ignorieren!

Die Lobby-Arbeit ist mühsam und aufwendig. Ebenfalls aufwendig sind auch Studien wie der „Hungermacher“-Report, die unerlässlich für den öffentlichen Protest sind. Experten, die uns helfen, die komplizierten Gesetzestexte zu verstehen und alternative Vorschläge zu formulieren, wollen bezahlt werden. Wir können der Finanzindustrie einiges entgegensetzen, aber letztlich geht das nur mit Ihrer Hilfe! Deshalb bitte ich Sie: Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

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Vielen Dank und herzliche Grüße,

Ihr
Thilo Bode, Geschäftsführer
Thilo Bode
Geschäftsführer

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

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