Ein Herkules unter den Indologen unserer Zeit ist von uns gegangen

Verfasst: 20.03.2015

Zum Tode von Lothar Lutze (1927-2015)

von Dr. Hans-Georg Wieck (Ehrenvorsitzender der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.)


Lothar Lutze, Professor em. am Südasien-Institut Heidelberg ist am 4. März 2015 von uns gegangen – in seinem 88. Lebensjahr. Lothar Lutze war vom südasiatischen Zivilisations- und Kulturraum besessen. Er hat in allen geographischen Räumen und zeitlichen Epochen Manifestationen und Monumente von Literatur, Dichtung, Philosophie und Alltagssprache aufgespürt und den Kulturen und Menschen unserer Zeit nahe gebracht – mit großem Erfolg.

Anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahre 2007 veranstalteten das Max Müller Bhavan und das Südasien-Institut in New Delhi ein Symposium – „Eine Hommage an Lothar Lutze – Jenseits gelebter Literatur“ und brachten Indologen aus aller Welt zusammen, um das Werk des Literaten und Indologen zu würdigen – ein kulturelles Ereignis an sich mit weltweiter Ausstrahlung.

Die Deutsch-Indische Gesellschaft hat Lothar Lutze mit dem Tagore-Preis geehrt (1987), der indische Staat im Jahre 2006 mit dem Padma-Shri-Award in Würdigung seiner außerordentlichen Beiträge zur Literatur und Erziehung.

Lothar Lutze passt in keines der Bilder, die man sich gemeinhin von einem Gelehrten, einem Professor, einem Forscher, einem Dichter und Übersetzer macht. Er trug die Kulturen, die Sprachen und Vorstellungswelten des Subkontinents abrufbereit in seinem Gedächtnis – einem lebenden Lexikon von Sprache Kultur und Seele Südasiens.

Gespräche mit Lothar Lutze waren immer voller Spannung und hatten sehr oft auch kontroverse Züge.

Lothar Lutze bleibt für die Deutsch-Indische Gesellschaft eine wichtige Orientierung für die Zukunft.

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