11.01.2014 ►Jaipur ►@Bothra's & Himmat Shah

Verfasst: 31.03.2014
Aktualisiert: 01.04.2014

Am Morgen des 9. Januar holte uns Shivani Bothra mit dem Auto vom Anuvibha Bhavan ab. Vor uns lagen erholsame Tage im Haus der Familie Bothra. Erst als wir uns dort ein bisschen ausgeruht und ausgeschlafen hatten, merkten wir, dass die vergangenen Tage nicht nur ereignisreich, sondern auch anstrengend gewesen waren. Im Haus unserer Freunde kannten wir alle von früheren Aufenthalten, zuletzt waren wir vor 4 Jahren hier zu Gast gewesen. Inzwischen hatte Shivani Bothra ihr Zweitstudium Vergleichende Religionswissenschaften in den USA abgeschlossen. Ihr Ehemann Sanjeev Bothra wartete darauf, seine Doktorarbeit im Fach Design verteidigen zu können, die er ergänzend zu seinen beruflichen Tätigkeiten angefertigt hatte. Als wir im Haus unserer Freunde eintrafen, war Sanjeev Bothra auf einer seiner häufigen Dienstreisen, von der er erst am späten Abend des 10. Januar zurückkehrte. Im Anuvibha Bhavan hatten wir keine Gelegenheit, unsere vielen Fotos für HN4U hochzuladen. Zudem mussten sie erst noch bearbeitet werden. Am Abend des 10. Januar war das dann alles erledigt, und in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Raoul in Berlin hatte Christian Geerdes alle Fotos online stellen können. Dieser veröffentlichte zugleich auch alle vorliegenden Daten zur Konferenz. Die Kooperation Jaipur-Berlin hatte wieder einmal sehr gut geklappt. Dank an Rudi Jansma, der rechtzeitig alles Verfügbare an Raoul zur Veröffentlichung geschickt hatte.

NIK_2047So war getan, was getan werden musste, und wir freuten uns auf einen entspannten Tag vor unserer Weiterreise am übernächsten Morgen nach Bangalore. Sanjeev Bothra kündigte uns schon beim Frühstück einen interessanten Tag an. Er hatte von dem in Indien sehr bekannten Künstler Himmat Shah den Auftrag erhalten, einen Bildband über des Künstlers Terra-Cotta-Skulpturen zusammenzustellen. Das Ergebnis ist ein sehr ungewöhnliches Buch, vielmehr, ein Foliant. Es enthält nicht nur sehr gelungen präsentierte Fotos der Arbeiten des Künstlers, sondern ist in Form, Gestaltung und verwendeten Materialien selbst ein Kunstwerk.

Himmat Shah war so angetan von der Arbeit, dass sich die Arbeitsbeziehung sehr schnell zu einer Freundschaft verwandter Seelen entwickelte, wie beide strahlend versicherten. Deshalb mussten wir auch nicht lange überlegen, als uns Sanjeev Bothra fragte, ob wir ihn zu einem Besuch im Haus seines Freundes und Auftraggebers Himmat Shah begleiten wollten.

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Dieser gepflegte Vorgarten ist sozusagen das Entree zum Haus des Künstlers Himmat Shah.

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Himmat Shah (l., im, Gespräch mit Christian Geerdes) führte uns durch sein Haus und zeigte uns seine Arbeiten.

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"Das ist mein Lager," meinte der Künstler schmunzelnd.

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Diese Skulptur steht im Erdgeschoss

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Diese ebenso

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Shivani und Sanjeev Bothra mit Himmat Shah in dessen Wohnzimmer

Das ganze Haus des Künstlers war eine riesige Ausstellung seiner Werke. Er sagte, dass er sich ein Leben ohne seine Arbeiten in jedem Raum, in jeder Ecke gar nicht vorstellen mag. Deshalb tue er sich auch so schwer, seine Arbeiten zu verkaufen. Mit Ausnahme seiner Terra-Cotta-Skulpturen. Die hatte er eigens zum Verkauf geschaffen, weil viele seiner Freunde ihn drängten, ihm doch eine seiner Arbeiten zu verkaufen. Himmat Shah sagte schmunzelnd, dass er ja quasi zum Verkauf gezwungen sei, denn wo, bitteschön, sollte er weitere Arbeiten unterbringen? Seine großen und schweren Skulpturen brächten ja auch immer größere logistische Probleme mit sich, wenn er sie verkaufen wolle. Wir lachten viel und genossen die humorvolle Gesellschaft dieses freundlichen Menschen, der es wie kaum jemand versteht, jeden schöpferischen Moment der Gegenwart wahrzunehmen und zu leben. Erfolgreich in der Welt, eine große spirituelle Seele, eine Bereicherung, ihn getroffen zu haben. In ihm ist beides lebendig, das Alte und das Neue Indien.

Am Abend hatten wir noch einmal die Gelegenheit, ihm zu begegnen. Die Familie Bothra hatte zu einem besonders köstlichen Abendessen eingeladen. Für uns eine willkommene Gelegenheit, auch Prof. Kusum Jain wiederzutreffen, die im Laufe der gemeinsamen Arbeit eine Freundin von Shivani Bothra geworden ist. Eine heitere, gut gelaunte Gruppe war da zusammengetroffen, bestehend aus Menschen, die sich nur alle Jahre mal persönlich begegnen, aber immer wieder genauso gut verstehen, als sei ihre letzte Begegnung erst am Tag zuvor gewesen.

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Hier sind alle damit beschäftigt, das Essen zuzubereiten: Shivani Bothra, Prem Bothra, sowie Dilip mit Frau und Tochter

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Der festlich gedeckte Tisch

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Im Hause Bothra fand sich noch ein Poster mit Aufnahmen der Kunst am Bau einer Schule in Ahmedabad, Gujarat, von Himmat Shah ca. 1972.

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Ein gelungener Abend mit Prem Bothra, Prof. Kusum Jain, Himmat Shah. Das Terracotta-Buch liegt auf dem kleinen Tisch zwischen den beiden Damen.

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Prem Bothra und Carla Geerdes bringen Prof. Kusum Jain zur Tür und scherzen. Das hätte noch lange so weitergehen können.

Uns blieb nur noch, das Packen zu beenden und zu schlafen. Früh am nächsten Morgen wollten unsere Freunde uns zum Flughafen fahren, das ließen sie sich nicht nehmen, meinten sie schmunzelnd, als wir immer wieder von einem Taxi sprachen. Recht hatten sie, vielen Dank, so war es viel schöner.


Fotos ►Jaipur ►ICPNA & Bothra family & Himmat Shah

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