Berlin ►NEIN zur Streichung der Südasiatischen Kunstgeschichte!

Verfasst: 12.10.2013

An das Präsidium der Freien Universität Berlin:

An das Präsidium der Freien Universität Berlin / To the Executive Committee of the Freie Universität Berlin: NEIN zur Streichung der Südasiatischen Kunstgeschichte! / Saying “NO!” to the planned abolishment of the subject of Art History of South Asia!

 

Offener Brief an das Präsidium der Freien Universität Berlin zur Unterstützung des Verbleibs der Kunstgeschichte Südasiens an der Freien Universität Berlin

NEIN zur Streichung der Südasiatischen Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin!

Mit großer Besorgnis haben wir erfahren, dass die Abteilung Kunstgeschichte Südasiens am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin geschlossen werden soll.

Das Fach Kunstgeschichte Südasiens/Indische Kunstgeschichte befasst sich mit der Kunst und Architektur Südasiens, Südostasiens und Zentralasiens und berücksichtigt dabei weitestgehend alle Epochen von der Vorgeschichte bis zur Moderne. Dabei bedient sich das Fach neben kunstwissenschaftlicher Methodik auch der Kultur- und Religionsgeschichte der genannten Regionen. Mit der Schließung der Fachrichtung Kunstgeschichte Südasiens gibt die Freie Universität Berlin den letzten Standort dieses Faches an einer deutschen Universität auf.

Wir fordern die Freie Universität Berlin zur Einhaltung des nach wie vor gültigen Entwicklungs- und Strukturplans vom April 2004, und damit den Erhaltung des Studienbereichs Kunstgeschichte Südasiens/Indische Kunstgeschichte.

Die Kunstgeschichte Südasiens hat internationale Ausstrahlung und veranlasste viele Studierende und Doktoranten aus dem In- und Ausland zum Studium an der Freien Universität. Im Rahmen gemeinsamer Projekte ist die Abteilung Südasien Anlaufstelle für zahlreiche Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Dieser Austausch hat zu vielen gemeinsamen Publikationen, Editionen und Konferenzen geführt. Ehemalige Studierende der Abteilung arbeiten heute weltweit in angesehenen Institutionen.

Darüber hinaus pflegt die Abteilung Kunstgeschichte Südasiens weitreichende internationale Beziehungen, nicht nur nach Indien, einem wirtschaftlich aufstrebenden Land mit einer äußerst reichen Kunst- und Kulturlandschaft, sondern auch nach Westchina, in die Region der von indischer Kunst und Kultur geprägten Seidenstraße.

Das 2011 gegründete Zentrum für Jaina Studien, das die über hundert Jahre währende Jainismus-Forschung in Deutschland fortsetzt, verfügt über zahlreiche Kontakte zu Jaina Organisationen weltweit und ist als Forschungsstätte mittlerweile so anerkannt, dass indische Institutionen der Jaina wichtige Veranstaltungen wie etwa Preisverleihungen hier abhalten. Mit der Schließung des Bereichs der Kunstgeschichte Südasiens läuft die Freie Universität Berlin somit Gefahr, einen wichtigen Bestandteil ihrer internationalen Außenwirkung zu verlieren.

Derzeit entsteht im Herzen Berlins mit dem Bau des Humboldt-Forums ein einzigartiger Standort für die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Das neue Domizil verpflichtet im Humboldt’schen Sinne zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den ausgestellten Objekten. Soll doch schon der Name des Forums an das Wirken der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt erinnern und damit an die große Geschichte deutscher und Berliner Wissenschaft. Noch verfügt das Museum für Asiatische Kunst über wissenschaftliches Personal, doch ohne Fortbestehen des Studienfachs wird es keine Ausbildung qualifizierten Nachwuchses geben und es wird riskiert, dass eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen indo-asiatischer Kunst zu einem bloßen Kuriositätenkabinett wird.

Aus den genannten Gründen fordern wir nachdrücklich zur Einhaltung des Entwicklungs- und Strukturplans von 2004 auf und damit zum Erhalt des letzten Standorts universitärer Erforschung der Südasiatischen Kunst in Deutschland. Bitte unterstützen Sie uns!

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