10.02.2013 ►Delhi ►Stadtrundfahrt und Besuch bei Familie Garg

Verfasst: 03.04.2013

Der nächste Tag war ein Sonntag. An diesem Tag hatte Swami Dharmanand ji der Familie Garg die Gestaltung unseres Programms überlassen. Persönlich kannten wir noch keinen von ihnen, nur Vikas Garg per Email. Das kam so: Wenige Tage vor unserem Abflug nach Indien wurde Christian Geerdes auf ein Video über Preksha Meditation von Acharya Mahapragya auf Hindi mit englischem Text von Vikas Garg aufmerksam, das auf YouTube abgerufen werden kann.  Aus dem ersten Kontakt mit Vikas Garg wurde eine gute Zusammenarbeit, in deren Verlauf mehrere Artikel über Preksha Meditation und die Ahimsa Yatra Acharya Mahapragyas als Begleittext zu den entsprechenden Videos im englischen Teil HN4Us erschienen [http://www.herenow4u.net/index.php?id=92507]

Der Link führt zum ersten Artikel von Vikas Garg im englischen Teil und befasst sich mit Svasa/Swash Preksha, der Wahrnehmung des Atems in der Tiefenatmung unter Einbeziehung des Zwerchfells. Treffen konnten wir Vikas nicht in Delhi, da er zur Zeit unseres Aufenthaltes dort beruflich in Afrika war. Doch er bat uns, trotz seiner Abwesenheit seine Familie zu besuchen, was wir gern tun wollten. Sein verwitweter Vater Vidhya Saggar hielt sich zur gleichen Zeit wie wir und auch noch länger im ASK zur Sadhana auf. Wie in Indien noch vielfach üblich, lebt er sonst mit seinem Sohn und dessen Familie zusammen. Wir richteten uns also auf einen informellen Besuch bei der Familie und eine Einladung zum Essen ein.

Am Sonntagvormittag holte uns 3 also ein von Vikas‘ Vater Vidhya Saggar bestellter Fahrer mit seinem Auto vom Kendra ab. Erst nahmen wir an, dass er ein Verwandter der Familie war, aber es stellte sich heraus, dass der Fahrer in der Nachbarschaft der Familie wohnte und diese wohl ihn und seinen Wagen mit den für diesen Sonntag geplanten Fahrten eigens gemietet hatten. Doch das reimten wir uns erst später zusammen. Erst einmal fuhren wir Richtung Regierungsviertel, dachten aber, wir seien auf dem Weg zur Wohnung der Familie Garg, die im Zentrum von Delhi liegt. Doch als wir vor dem Rashtrapati Bhavan, Sitz des Präsidenten, anhielten und Vidhya Saggar uns ermunterte auszusteigen, wurde uns klar, dass dies nicht nur eine Einladung zum Mittagessen war, sondern auch zum Sightseeing.

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Vidhya Saggar Garg (l) mit Christian Geerdes vor dem umzäunten Park des Rashtrapati Bhawan.

 

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Blick auf Rashtrapati Bhawan, Sitz des Präsidenten, ein prachtvoller Bau im Regierungsviertel, der mit dem India Gate durch eine Prachtstraße direkt verbunden ist.

 

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Zur Linken das Außenministerium, rechts das Finanzministerium, in der Ferne, am Horizont kaum erkennbar, sieht man das India Gate.

 

Es war richtiges Sonntagsausflugswetter, sonnig und ein bisschen diesig, an der Horizontlinie schienen Himmel und Erde ineinander überzugehen. Durch die Gitterstäbe des schmiedeeisernen Zaunes erspähten wir den weit entfernten Präsidentensitz am Ende eines breiten Schotterweges. Als wir uns umdrehten, sahen wir die fast leere Prachtstraße, an der viele Regierungsgebäude liegen. Kurzer Halt mit Aussteigen zum Fotografieren ist gestattet, baldige Weiterfahrt erwünscht.

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Zur Linken sieht man hinter dem Außenministerium Sansad Bhavan und den das Parlamentsgebäude umgebenden, äußerst gepflegten Park.

 
Wir fuhren direkt in Richtung des India Gate weiter. Die Straße führt vorbei am Rundbau des Parlamentes, Sansad Bhavan, das zu unserer Linken sichtbar wurde, umgeben von Blumen, Bäumen und Rasenflächen. Ein Stück weiter kann man direkt zum Parlamentsgebäude abbiegen.  Als wir dem India Gate näherkamen, sahen wir noch Reste der für die Feierlichkeiten zum Tag der Republik am 26. Januar aufgebauten Tribünen. Unser Gastgeber erklärte, dass sie noch für eine weitere Veranstaltung benötigt würden. Überhaupt waren er und der Fahrer sichtlich stolz auf das Regierungsviertel und darauf, es uns zeigen zu können.

Vor dem India Gate bogen wir links ab und nahmen Richtung auf die gebührenpflichtigen Parkplätze. Das India Gate ist 1921 von Edwin Lutyens nach dem Vorbild des Triumphbogens in Paris als Monument zur Erinnerung an indische Soldaten, die während des Ersten Weltkriegs (1914-18) und des Dritten Anglo-Afghanischen Kriegs (1919) ihr Leben lassen mussten, konzipiert worden. Nach der Unabhängigkeit wurde das Grabmal des Unbekannten Soldaten der indischen Armee, „Amar Jawan Jyoti“ (in etwa: Ewige Flamme für den Unbekannten Soldaten), auch dort errichtet.

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Viele zog es an diesem Sonntag im Februar zum India Gate.

 

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Das Grabmal des Unbekannten Soldaten, „Amar Jawan Jyoti“ (in etwa: Ewige Flamme für den Unbekannten Soldaten)

 

Schon beim Aussteigen wird dem Besucher deutlich, dass es sich hier um einen Ort handelt, der für viele bedeutsame Ereignisse der jüngeren Geschichte Indiens steht. Obwohl auch hier sehr viele Menschen unterwegs waren, war die Atmosphäre doch eher feierlich und gesetzt. Die Menschen lachten und sprachen dort nicht so viel wie an anderen belebten Orten der Hauptstadt.

 

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Sogar das Foto junger Mädchen mit einigen der in prächtige Uniformen gekleideten Wachhabenden in der Nähe des Baldachins verlief ohne Kichern und lautes Lachen. Anders als vergleichbare, früher beobachtete Situationen. Auch wir kehrten schweigend zum Auto zurück und empfanden es als angenehm, dass unser Gastgeber nicht viele Worte machte.

 

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Seitenansicht des India Gate mit vielen Besuchern, im Hintergrund der Baldachin.

 

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An der Rückseite des India Gate befindet sich ein leerer Baldachin, unter dem die Statue des englischen Königs Georg V. gestanden hatte, die nun im Krönungspark zusammen mit anderen Statuen steht.

 

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Entlang der U-Bahn fuhren wir weiter in Richtung Stadtzentrum, durch den U-Bahnbau und andere Bauvorhaben ändert die Stadt ständig ihr Gesicht. Doch wir wurden erst einmal zum Mittagessen erwartet.

 

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In der Wohnung der Familie Garg begrüßte uns (v.l.): Vandana Garg, Vidhya Saggar Garg, der mit uns die Stadtrundfahrt gemacht hatte, Carla Geerdes, Arham Garg, bald 7, und Vandanas Mutter Savita.

 

Es gab ein köstliches Mittagessen, das Vandana Garg für uns gekocht hatte. Viele angeregte Gespräche ließen uns die Zeit wie im Fluge vergehen. Sogar mit Vikas konnten wir nach dem Essen telefonieren. Es war, als sei er bei uns. Wir konnten ja nicht ahnen, dass wir ihn auf unserer Reise auch noch treffen würden, und zwar am Ende, auf unserer letzten Station. Doch davon mehr zum Schluss!

 

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Nach dem Essen wollten wir uns vor dem Haus verabschieden, weil wir annahmen, dass wir zurück ins Kendra gebracht werden sollten. Doch nein, das war gar kein Abschiedsfoto, sondern der Auftakt zu einer unglaublichen weiteren  Ausfahrt!

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