Die Erlösungslehre der Jaina - Legenden, Parabeln, Erzählungen

Verfasst: 01.02.2013

Alias

Die Erlösungslehre der Jaina

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Die vorliegende Ausgabe beruht zum Teil auf der von Adelheid Mette 1997 besorgten Anthologie aus der Literatur derJaina Durch Entsagung Zum Heil in der von Martin Kämpchen herausgegebenen Reihe »Klassiker der östlichen Meditation. Spiritualität Indiens«, Zürich: Benziger Verlag AG.

Aus dem Sanskrit und Prakrit übersetzt und herausgegeben von Adelheid Mette

Inhalt

Der Jainismus zählt zu den ältesten Religionen der Welt und hat nachfolgende Religionen maßgeblich beeinflußt. Darüber hinaus hat seine umfangreiche Literatur zur Entwicklung der modernen indischen Literatursprachen wesentlich beigetragen. Im Wirtschaftsleben Indiens nehmen die Jaina noch heute eine herausragende Stellung ein.

Vardhamana Kasyapa Nayaputra, genannt Mahavira („Großer Held“), gilt als der historische Stifter der Jaina-Religion. Er war ein Zeitgenosse des Buddha und wird verehrt als der letzte der vierundzwanzig Jina, die als „Sieger“ über die Fesseln des Karma erscheinen, um als Tirthamkara („Wegbereiter“) die ewige Wahrheit in der Welt zu verkünden. Durch eine pessimistische Haltung zum Diesseits gekennzeichnet wie auch der frühe Buddhismus, unterscheidet sich aber der Jainismus von jenem grundlegend durch den Glauben an die Beseeltheit aller organischen Materie bis hin zu deren kleinsten Formen und sogar den molekularen Konglomerationen der Elemente Wasser und Erde. Die immateriellen Einzelseelen sind unvergänglich und erhalten ihre individuelle Prägung in den wechselnden Verkörperungen, die sie im Wesenskreislauf annehmen. Dem Verlangen der Seele nach einem Ende der unaufhörlichen Wiederkehr von Werden und Vergehen weist die Jaina-Lehre den zur Erlösung führenden Weg strenger Askese (tapas), der ihr das ewige Glück ungetrübter Erkenntnis ihrer selbst und der Welt schenken wird.

Am Anfang des Bandes steht die Mahavira-Legende, die Darstellung eines vorbildlichen Lebens, neu übersetzt aus dem Kanon der Svetambara-Jaina. Ihr folgt eine Auswahl von Gleichnissen und Erzählungen, anhand deren gelehrte Jaina-Mönche des alten und mittelalterlichen Indien die Fragwürdigkeit innerweltlichen Glücks und dessen Gegenbild aufzeigten: das Ziel rein geistigen, ewigen Seins (siddhi, „Vollendung“).

Der Jainismus entstand in der Gangesebene im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. Im Mittelpunkt des Glaubens steht die Lehre von der Befreiung der Seele. Rücksichtnahme auf alles Leben ist oberstes Gebot; die jainistische Ethik lehrt Schonung des Lebens (ahimsa, „das Nicht-Verletzen“) und zugleich strenge Askese (das tapas). Noch Mahatma Gandhi beruft sich mit dem Ideal der Gewaltlosigkeit auf die Religion der Jaina.

Autor:

Adelheid Mette

Verlag:

Suhrkamp / Insel

Edition:

15.03.2010

ISBN:

978-3-458-70023-4

Seiten:

452

EUR:

34,00


Inhaltsverzeichnis

I

Exemplarisches Leben • Leib und Seele........

9

II

Die Seele und ihr Karma im Wesenskreislauf...

61

III

Der Erlösungsweg........................

125

IV

Laienfrömmigkeit und Askese...............

147

V

Vollendung..............................

181

Kommentar................................

199

Zu den Abbildungen.........................

392

Glossar....................................

412

Siglen- und Literaturverzeichnis................

427

Zur Transliteration...........................

446


Errata und Corrigenda  [6.04.2010]

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