Meditieren - warum?: Zeitmanagement & Preksha Meditation (2)

Veröffentlicht: 16.12.2012

Auch das Trinken hat seine Zeit. Vor oder nach den Mahlzeiten sollte getrunken werden, aber nicht während der Mahlzeiten. Eine halbe Stunde vor und ca. eine Stunde nach den Mahlzeiten ist die richtige Zeit. In diesem Zusammenhang sollte man sich in bezug auf die Aussage, jede Tätigkeit zu ihrer Zeit, einmal beobachten. Wenn man essen sollte, sitzt man über den Büchern. Wenn eigentlich die Zeit des Selbststudiums ist, isst man. Das ist verkehrt. Jede Tätigkeit sollte man in Übereinstimmung mit der biologischen Uhr ausführen. Für die eigene Gesundheit und im Hinblick auf den Erfolg einer Tätigkeit sollte man sich vornehmen: „Ich nehme mir vor, jede Tätigkeit zu der Zeit zu verrichten, zu der sie getan werden sollte.“ Im Dashvaikaalik Sutra wird folgende Begebenheit erzählt:

In einem Dorf ging ein Mönch von Haus zu Haus und bat um Essen. Nach einer Weile kehrte er mit leeren Händen zurück und beklagte sich bei seinem Lehrer: „Dieses Dorf ist nicht gut, wir kriegen hier nichts zu essen. Vielleicht ist es besser, weiter zu gehen.“ Der Lehrer jedoch erwiderte: „Du solltest besser auf die Zeit achten, anstatt die Dorfbewohner zu tadeln. Du hast in jedem Haus vergebens um Essen gebeten, weil sie hier um 11:00 zu Mittag essen und du erst um 14:00 losgegangen bist.“

Selbst wenn wir die Sache vom praktischen Blickwinkel aus betrachten, kommen wir besser voran, wenn wir die Dinge zu ihrer Zeit erledigen. Man hat sich vorgenommen, um 10:00 Uhr zu einem Vortrag um zu gehen. Doch jemand schlägt vor, erst zu essen und anschließend den Vortrag hören. Wird man ihn auf diese Weise zu hören bekommen? Wer sich seine Zeit nicht gut einteilt, kennt sich nicht aus in der Kunst des Arbeitens und wird zudem häufig zur Zielscheibe von Spott.

Ein Sohn kam zu seinem Vater: „Vater, der Sonnenuntergang ist so schön! Komm, wir wollen hingehen und ihn uns anschauen!“ - Der Vater erwiderte: „OK, mein Sohn. Aber ich bin gerade sehr beschäftigt, wir machen das morgen.“ In diesem Fall ist falsches Zeitmanagement die Ursache für einen großen Fehler.

Ein weiterer Grundsatz des Zeitmanagements ist die Aufstellung einer Prioritätenliste. Diese muss nicht unbedingt aufgeschrieben werden, es reicht, wenn man sie im Kopf hat. Die wichtigste Aufgabe sollte man sofort erledigen, weniger Wichtiges der Reihe nach. Die Festlegung einer Tätigkeit auf eine bestimmte Tageszeit ist bedeutsamer als man vielleicht annimmt. Mönche beispielsweise praktizieren täglich nach Sonnenuntergang Pratikraman [Gebet, in dem sie allen vergeben, die sie willentlich oder unwillentlich verletzt haben und in dem sie die unbewusste Übertretung des Gelübdes der völligen Abkehr von Gewalt bereuen und um Vergebung dafür bitten]. Selbst wichtige Angelegenheiten müssen hinter dem Pratikraman zurückstehen. Wenn eine bestimmte Tätigkeit zu einer festgelegten Zeit ausgeführt werden muss, ist das eine gute Botschaft. 

Jemand war um 14:00 mit seinem Freund verabredet, kam aber erst um 16:00. Sein Freund hatte die Erledigung seiner eigenen Angelegenheiten aufgeschoben, weil er jederzeit mit dem Eintreffen des Freundes rechnete. Das bekümmerte letztendlich beide. Pünktlichkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Wer sich seine Zeit gut einzuteilen weiß und stets pünktlich ist, gewinnt das Vertrauen der Menschen, mit denen er zusammen arbeitet. Vertrauen ist ein kritischer Faktor in jeder Zusammenarbeit. Pünktliche Erledigung aller Arbeiten ist ein Garant für den Erfolg. Ein Mensch ist nicht zu jeder Zeit gleich effizient in seiner Arbeit. Die beste Zeit zur Entwicklung innovativer Gedanken und Vorstellungen ist morgens zwischen 09:00 und 10:00, kreative Analysen sollte man sich zwischen 10:00 und 12:00 vornehmen. Das ist wissenschaftlich bewiesen.

Quellen

Englischer Titel:
Why Meditate?

Redaktion:
Muni Dhananjay Kumar

Herausgeber:
2005 Jain Vishva Bharati
Institute, ©2005

Übersetzung ins Englische:
2005 Samani Charitra Pragya,
Neeraja Raghavan, Sudhamahi
Regunathan

Übertragung ins Deutsche:
2008 Carla Geerdes
2012 Überarbeitete Fassung
Carla Geerdes

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