Geheimnisse des Geistes: Suchen wir die Wahrheit des Selbst (1)

Veröffentlicht: 13.10.2012

  • Auf dem spirituellen Weg muss jeder den Kampf gegen die 5 inneren Feinde aufnehmen.
  • Dieser Kampf macht erst Sinn, wenn man den Kampf gegen die äußeren Feinde beenden gelernt hat.
  • Der Kampf zwischen Bharata und Bahubali war ein Kampf zwischen den weltlichen Kräften der Täuschung und den spirituellen des Bewusstseins.
  • Durch die Wahrnehmungsmeditation gewinnen wir die nötige Kraft aus den Tiefen innerer Einsicht.
  • Spirituelle Hingabe beginnt damit, dass man den nötigen Schutz bei den bereits Erleuchteten, den befreiten Seelen, den Heiligen und den Lehren der Allwissenden findet.
  • Hindernisse auf dem spirituellen Weg sind Selbst-Täuschung, Müßiggang und Faulheit.
  • Zwischen blindem Glauben und Wissen ist ein großer Unterschied.
  • Vier Leitlinien führen zum Erfolg:
    • Orientierung an ethischen Werten
    • Willensstärke
    • Spirituelle Einsatzbereitschaft
    • Hingabe an die Wahrheitsfindung

Wenn wir uns auf die Suche nach der Wahrheit begeben, streben wir nach dem höchsten Ziel im Leben eines Menschen. Unter allen Lebewesen ist nur der Mensch zu dieser Suche fähig. Er ist mit Zentren ausgestattet, die Wahrnehmungen über die Sinneseindrücke hinaus verarbeiten können und verfügt über ein hochentwickeltes Gehirn, Voraussetzung für die Realisierung der Erkenntnisse aus diesen Wahrnehmungen. Die Suche des Menschen nach der Wahrheit ist zugleich ein Ausdruck dessen, dass er sich seiner Fähigkeiten bewusst geworden ist. Denn sobald er sich der Suche nach der Wahrheit verpflichtet,  wird er sich bewusst, dass er die Verkörperung von Wahrheit und Wissen im eigentlichen Sinne ist.

Bhagwan Mahavira sagte: “Suche die Wahrheit im Selbst.” Unsere Suche gilt sowohl der Wahrheit, als auch dem Selbst. Die Wahrheit, nach der wir uns auf die Suche begeben, nützt niemanden außer uns selbst. Darin unterscheidet sich die Welt des Geistes von derjenigen der Materie. In der Welt des Geistes kann nur der die Wahrheit finden, der nach ihr sucht. Die tiefe innere Glückseligkeit, die man auf dieser Suche in sich entdeckt, kann nur empfinden, wer diese Wahrheit im Selbst erkannt hat.

Die Errungenschaften der Wissenschaft stehen der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Errungenschaften der spirituellen Praxis hingegen sind persönliche Errungenschaften dessen, der sich darum bemüht. Andere können daran nicht teilhaben. Man kann vielleicht versuchen, ihnen sprachlich Ausdruck zu verleihen, doch solange man sich nicht selbst auf den Weg macht, nützen einem die Beschreibungen nichts. Es gilt, sich ganz alleine auf den Weg zur Wahrheit des Selbst zu machen.

Menschen, die schon lange auf dem spirituellen Weg sind, haben versucht, ihre Erfahrungen für andere nutzbar zu machen, doch mit wenig Erfolg. Spirituelle Erfahrungen können nicht auf andere übertragen werden. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Alle von spirituellen Suchern mündlich oder schriftlich beschriebenen Erfahrungen können theoretisch verstanden, interpretiert oder diskutiert werden, doch nehmen sie niemandem den mühevollen Prozess ab, der mit dem Sammeln eigener Erfahrungen verbunden ist. Spirituelle Erkenntnisse sind keine sozialen Erkenntnisse, sondern persönliche Erkenntnisse als Ergebnis eigener Anstrengungen.

Gewiss sind diese Erkenntnisse hilfreich als Vorbereitung auf das, was auf einen zukommt. Doch ersetzen sie nicht die eigenen Anstrengungen. Solange man nicht über eigene Erfahrungen verfügt, kann man nicht beurteilen, ob das Berichtete richtig oder falsch ist. Man muss auf eigenen Beinen stehen. Dabei hilft es einem wenig, aus Heiligen Schriften wie den Agamas, der Bhagavadgita, dem Koran, der Bibel oder den Veden zu zitieren, um zu beweisen, dass die dort geschilderten Erfahrungen authentisch sind und die Wahrheit enthüllen. Rein intellektuelle Überzeugung ist keine Erfahrung. Solange eine Theorie nicht in die Praxis umgesetzt worden ist, bringt sie keine greifbaren Ergebnisse. Nur wer die Wahrheit selbst erfahren hat, kann sagen: „Das ist die Wahrheit, ich habe sie selbst erfahren, wahrgenommen, erkannt und lebe danach."

Erforschung des Selbst ist eine wissenschaftliche Forschungsmethode, bei deren Anwendung man wissenschaftlich denken und vorgehen muss. Es gibt keinen anderen Weg, um die Wahrheit zu erforschen. Was immer Acharya Tulsi herausgefunden hat, können seine Anhänger nicht als eigene Erkenntnisse ausgeben. Sie müssen ihre Erkenntnisse selbst gewinnen und können nicht blind ihrem Lehrer folgen. Die Suche nach der Wahrheit ist ein langwieriger komplexer Prozess. Zu sagen, dass man die Wahrheit sucht, ist nicht genug. Mahavira hat deshalb das Wort ‚Selbst’ hinzugefügt.

Berechtigterweise mag man einwenden, dass es kein Labor für Experimente mit der Wahrheit gibt. Zudem stimmt es, dass man für diese Forschung sehr gut ausgerüstet sein muss. Der menschliche Körper ist das größte Labor der Welt. Kein Wissenschaftler hat ein so reichhaltig ausgestattetes Labor zur Verfügung. Zur Erforschung des Selbst stellt der Körper jede Menge feinster Instrumente zur Verfügung, Instrumente wie Mikrowellen, elektronische Hochfrequenzapparate und dergleichen mehr. Doch weil sie zu lange ungenutzt blieben, sind sie eingerostet. Wir müssen sie vom Rost befreien und wieder brauchbar machen. Sie können uns dabei helfen, die Wahrheit des Selbst zu enthüllen.

Quellen
Englischer Titel:
The Mysteries Of Mind Redaktion:
Muni Mahendra Kumar Herausgeber:
Jain Vishva Bharati Ladnun, India 2. Edition: 2002 Übertragung ins Deutsche:
2006 Carla Geerdes
2012 Überarbeitete Fassung
Carla Geerdes

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